Produktion bei Honda
Soja vom Auto-Bauer(n)

Mit der Produktion von Soja hat sich der japanische Honda-Konzern hat eine lukrative Nische geschaffen. Von den stark schwankenden Weltmarktpreisen für Soja bekommt Honda als Nischenanbieter nichts mit – und will zusätzlich vom Gesundheitstrend in Europa profitieren.

TOKIO. Wenn Yoshiharu Minayoshi durch seine kleine Tofufabrik geht, steht ihm der Stolz ins Gesicht geschrieben. In vierter Generation stellt der 63-Jährige Tofu und Sojamilch her. 30 000 Pakete mit cremefarbenem Bohnenquark in den unterschiedlichsten Konsistenzen verlassen täglich seine vor 30 Jahren gebaute Fabrik am Rande der Stadt Chiba südlich von Tokio. Und im Unterschied zu vielen anderen Händlern, sagt Minayoshi, während er in weißer Haube und Gummistiefeln durch sein Reich führt, habe sein Geschäft überlebt.

Das hat der Tofuproduzent zum großen Teil auch dem Autokonzern Honda zu verdanken. Fast die Hälfte der Sojabohnen, die Minayoshi heute verarbeitet, stammen von einer US-Tochter des japanischen Autoherstellers. Die Geschichte der Sojabohne von Honda ist vor allem eine Geschichte über den mittlerweile seltenen langen Atem eines Unternehmens, ein völlig fremdes Geschäftsfeld aufzubauen.

Alles beginnt vor gut zwei Jahrzehnten, 1984, mit der Autofabrik Hondas in Ohio. Als einer der ersten Hersteller in Japan setzt Honda auf die Produktion in den USA. Doch die meisten Zulieferteile müssen zunächst aus Japan in den Mittleren Westen verschifft werden. Dafür sorgt die 100-prozentige Handelstochter des Autokonzerns, Honda Trading. Die Containerschiffe aber kommen voll beladen an und kehren leer ins heimische Japan zurück. Um die Rückfahrt zu nutzen, zerbrechen sich die Honda-Manager den Kopf, was sie in Ohio kaufen und nach Japan schiffen können.

Mit solchen Geschäften hat das Unternehmen schon einige Erfahrung – wenn auch nicht immer gute. Schon früher hatte Honda versucht, offene Frachtschiffe, die fertige Automobile in die USA exportierten, für die Rückfahrt zu beladen. Versuche, Kühe auf den Frachtschiffen nach Japan zu bringen, erwiesen sich jedoch als wenig lukrativ, weil zu viele Tiere auf der Überfahrt starben.

Über Heu und Getreide für Kuhbesitzer in Japan kommt Honda schließlich auf Sojabohnen. „Aber die Tofu-Unternehmen in Japan sagten uns, dass diese Sojabohnen nicht wirklich für den japanischen Tofu passten“, meint Michiya Hirano, Manager in der Sojabohnen-Abteilung von Honda Trading in Tokio. Der Proteingehalt stimmt nicht, der Ölgehalt ebenso wenig. „Es gibt riesige Unterschiede zwischen Sojabohnen“, bestätigt Tofumacher Minayoshi.

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