Produktionsquoten
Experten sehen feste Ölpreise

Mit einer weiteren Produktionsdrosselung würde die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) die Gefahr einer neuen Ölpreisexplosion heraufbeschwören, warnt das Londoner Zentrum für Energiestudien (CGES). Voraussichtlich aber wird die Opec ihre Förderquoten in dieser Woche nicht weiter kürzen. Dafür sprechen die unverändert hohen Preise.

LONDON / DÜSSELDORF. Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) wird auf ihrem Treffen am Donnerstag ihre Rohölförderung voraussichtlich unverändert lassen. Dafür sprechen die unverändert hohen Preise. Das Ölkartell hat seit Mitte Oktober zwei Mal seine Produktionsquoten verringert, um einem stärkeren Preisfall vorzubeugen.

Auch Mitglieder der Opec haben sich bereits dafür ausgesprochen, die Quoten unverändert zu lassen. „Auf dem aktuellen Preisniveau besteht keinerlei Notwendigkeit etwas zu tun“, sagte Abdullah bin Hamad al-Attiyah, Ölminister von Katar, am Montag in Dubai. „Mit einer weiteren Produktionsdrosselung würde die Opec die Gefahr einer neuen Ölpreisexplosion heraufbeschwören“, heißt es im Londoner Zentrum für Energiestudien (CGES). Seit August sei der Ausstoß des Kartells bereits um 1,5 Mill. auf weniger als 30,1 Mill. Barrel am Tag gefallen. Darüber hinaus habe das kalte Winterwetter im Februar in den USA dazu beigetragen, dass die Vorräte stärker geschrumpft seien als in den letzten fünf Jahren zu dieser Jahreszeit.

Sowohl der Preis für das europäische Brentöl als auch für die US-Richtmarke WTI notierten zuletzt über 60 Dollar je Barrel (159 Liter). Nach einer Phase ungewöhnlich milder Witterung hatten die Preise noch Mitte Januar in Richtung der 50-Dollar-Marke tendiert; mit den fallenden Temperaturen waren sie dann wieder gestiegen. Zudem stützte ein unerwartet deutlicher Rückgang der US-Öl- und Gasvorräte die Rohölnotierungen.

„Die Preise halten sich auf einem guten Niveau“, sagt Sandra Ebner, Fondsmanagerin bei Deka-Investment. Auch sie rechnet nicht damit, dass die Opec eine weitere Kürzung der Förderung beschließen wird. „Doch das System ist weiterhin sehr anfällig für Schocks“, warnt Ebner. Die Stimmung könne rasch drehen. Dann drohe eine „schnelle Übertreibung“ in die eine oder andere Richtung. Stärkere Preisschwankungen könnten durch erneute geopolitische Risiken wie etwa den Atomstreit mit Iran ausgelöst werden. Mit Blick auf den Sommer richtet sich das Interesse des Marktes zudem auf die Höhe der Benzinlagerbestände in den USA; in den Sommermonaten fahren die Amerikaner üblicherweise besonders viel mit dem Auto (driving season).

Die Anfälligkeit des Marktes zeigte sich schon Ende Februar, als der starke Rückgang der Öl- und Gasvorräte in den USA die Märkte verunsicherte. Paul Horsnell von Barclays Capital in London sieht darin bereits einen weiteren Vorboten für einen baldigen Anstieg des Ölpreises auf bis zu 65 Dollar. „Die Geschichte von den randvollen Vorratslagern stimmt schon seit längerem nicht mehr“, sagt Horsnell. Tatsächlich seien die US-Ölvorräte seit Oktober 2006 um 100 Mill. Barrel gefallen. Vorläufige Zahlen für Februar dokumentierten überdies den stärksten Verbrauchszuwachs seit zehn Jahren.

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