Prognose
Analysten prophezeien Goldpreis-Rekord

Nach der Meinung einiger Analysten wird der Goldpreis im vierten Quartal ein Rekordhoch erreichen. Den Experten zufolge könnte eine Unze des Edelmetalls im Schnitt 1.900 Dollar kosten.
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Der Goldpreis wird den Prognosen der treffsichersten Analysten zufolge im vierten Quartal ein Rekordhoch erreichen. Die Experten sehen den Preis für das Edelmetall im Schnitt bei 1.900 Dollar je Unze, was 16 Prozent mehr als derzeit wäre.

Angeschoben werde die seit zwölf Jahren anhaltende Aufwärtsbewegung von den weiterhin niedrigen Leitzinsen. Die Fremdkapitalkosten in den USA und im Euroraum sind so niedrig wie nie zuvor, was die Attraktivität von Gold steigere, erläuterten die fünf besten Edelmetallanalysten in den vergangenen zwei Jahren laut einer Bloomberg-Rangordnung. Auch liegen die Gold-Positionen der Investoren nur 0,7 Prozent unter dem Rekordwert. Der umsatzstärkste Optionskontrakt bietet das Recht zum Kauf von Gold bei 2.200 Dollar bis Juli.

Skeptischer sind hingegen die Hedge-Fonds - sie haben ihre Wetten auf einen höheren Goldpreis reduziert. Das Edelmetall hat den Großteil der diesjährigen Kursgewinne wieder abgegeben, nachdem sich abzeichnete, dass die Weltwirtschaft wohl das erneute Abrutschen in die Rezession vermeiden kann. Die Nachfrage nach dem physischen Metall war stabil angesichts steigender Bedenken, dass die Verantwortlichen erneut intervenieren müssen, um das Wachstum zu stützen. Der Goldpreis ist um etwa 70 Prozent geklettert, als die Federal Reserve in zwei Runden ihrer so genannten quantitativen Lockerung zwischen Dezember 2008 und Juni 2011 für 2,3 Billionen Dollar Anleihen aufkaufte.

"Ich glaube nicht, dass die Fed oder irgendeine andere Zentralbank ihre Politik der geldpolitischen Lockerung aufgeben kann. Und da die Konjunkturen sich abschwächen und mehr Geld gedruckt wird, wird Gold stärker werden", erwartet Jeffrey Sica, Präsident bei SICA Wealth Management. "Die Leute haben das Vertrauen in Regierungen verloren. Die allgemeine Angst vor einer Verschärfung der Schuldenkrise im Euroraum wird den Goldpreis antreiben." In diesem Jahr hat das Edelmetall 5,3 Prozent zugelegt. Bei einem aktuellen Preis von 1.645,36 Dollar notiert Gold jedoch mehr als acht Prozent unter dem Hoch in diesem Jahr von 1.790,75 Dollar, das am 29. Februar erreicht wurde. Der von Standard & Poor’s ermittelte GSCI-Index aus 24 Rohstoffen hat seit Anfang Januar 4,5 Prozent angezogen und der Aktienindex MSCI All-Country World Index ist 8,8 Prozent geklettert. Treasuries haben laut einem Index von Bank of America Corp. weniger als 0,1 Prozent gewonnen. Seit Beginn der Hausse Anfang 2001 hat sich der Goldpreis mehr als versechsfacht, während der MSCI All-Country World Index für den Zeitraum auf ein Plus von zwölf Prozent kommt. Treasuries haben in diesem Zeitraum um 86 Prozent zugelegt.

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Analysten prophezeien Goldpreis-Rekord

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  • @ Goldman
    Fakt ist doch, dass Gold in den letzten 30 Jahren über 300% Rendite brachte und da sind durchschnittlich mehr als 10% p.a. Wenn mit anderen Anlagen Ähnliches möglich war, war es die Ausnahme und meist risikobehaftet, d.h. håtte auch ins Auge gehen können. Sprechen wir über die Entwicklung am Besten Ende des Jahres, da gibts was zu feiern, für Alle die Geduld haben.

  • Gold wird sicher nie wertlos werden. Papiergeld kann es schon. So wird es aber nicht kommen. Es gibt auch etwas zwischen Schwarz und Weiß. Der Wert des Goldes ging nun in den letzten Jahrzehnten wirklich nicht immer aufwärts. Das Hoch von 1980 wurde erst wieder 28 Jahre später erreicht. Dazwischen dümpelte der Goldpreis vor sich hin, während Aktien und Zinsen relativ hoch waren. Wer also 1980 einstieg hat in der Zeit massiv Geld verloren. Sicher eine Momentbetrachtung. Solche werden aber auch immer herangezogen um den Wert des Goldes zu untermauern.

  • Ist das ein Blödsinn! Euro und Dollar verkommen zum Spielgeld, das ist Fakt! Meist schimpfen nur diejenigen gegen Gold, die sich nicht rechtzeitig vor drei oder vier Jahren damit eingedeckt haben und nun blöde aus der Wäsche gucken, wenn sie in einer stillen Stunde mal für sich berechnen, was ein Kilo Gold an Wertsteigerung gebracht hat und sich grün und blau ärgern.
    Ich kaufe seit rund 40 Jahren für alles freie Geld Gold, und bin damit immer mehr als gut gefahren. Gold wird gebunkert, und nie auch nur eine Unze verkauft.
    Gab da mal eine Aussage eines großen Bankers vor anderthalb Jahren, der sagte: "in ein paar Jahren wird es nicht mehr die Frage sein, welchen Anzug ein Goldbesitzer mit einer Unze Gold kaufen kann, sondern welche Eigentumswohnung"!!
    Euros und Dollars werden gedruckt, sobald wieder Bedarf besteht. Gold kann nicht beliebig vermehrt werden.
    Die derzeitigen Kurssprünge bei Edelmetallen sind Papierzockern geschuldet, die mit nicht physischem gold in Papierform spekulieren und im ureigensten Interesse immer an der Schraube nach unten drehen. Geht ein Weilchen gut, aber nicht lange!

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