Prognose der Energieagentur
Ölpreise werden sich nur langsam erholen

Die Ölpreise sind nach einem Plus zum Wochenstart am Dienstag wieder gefallen. Höchstwerte sind vorerst auch nicht in Sicht. Die Internationale Energieagentur gibt aber zumindest zum Teil Entwarnung.
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SingapurDie Talfahrt der Rohölpreise wird sich nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur bald abbremsen. Eine Rückkehr zu den Höchstwerten der vergangenen drei Jahre werde es jedoch nicht geben, prognostizierte die in Paris ansässige Organisation in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Vielmehr sei davon auszugehen, dass sich die jüngste Erholung der Ölpreise „in einem vergleichsweise begrenzten Rahmen“ bewegen werde.

Die Ölpreise sind am Dienstag wieder gefallen, nachdem die Ölpreise zum Wochenstart zugelegt hatten. Am heutigen Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 57,54 US-Dollar. Das waren 80 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 77 Cent auf 52,09 Dollar.

Seit dem vergangenen Sommer sackte der Preis für das Fass Öl von fast 110 auf unter 45 Dollar ab, pendelte sich zuletzt jedoch auf rund 53 Dollar ein. Die jüngste Erholung sei mit jenen in der Vergangenheit nicht zu vergleichen, was an der drastischen Erhöhung der Fördermenge durch Staaten liege, die nicht der Organisation Erdölexportierender Länder angehörten, darunter vor allem die USA. Ein weiterer Grund sei die schwache Nachfrage in China und verringerter Kraftstoffverbrauch in Entwicklungsländern.

Anders als in früheren Zyklen sei zudem nicht zu erwarten, dass der niedrige Ölpreis zu einem nennenswerten Schub der Wirtschaftskraft führen werde, hieß es. Der Grund: Die schwache Nachfrage selbst habe zum Teil zum jüngsten Sinkflug der Rohölpreise beigetragen. Die IEA geht inzwischen davon aus, dass die globale Nachfrage nach Öl im laufenden Jahr bei 93,3 Millionen Barrel pro Tag liegen werde – und damit weiter unter den 94,2 Millionen Barrel, die noch in ihrem vorherigen Bericht vorausgesagt worden waren.

Demnach soll die Ölproduktion der USA bis zum Jahr 2020 der weltweit größte Wachstumstreiber bleiben, zumindest laut Angaben der IEA. Allerdings geht sie von einem etwas geringeren Wachstumstempo aus. Der Ölpreisverfall seit Sommer 2014 habe den amerikanischen Schieferöl-Boom bereits gebremst, lautet die Begründung.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Prognose der Energieagentur: Ölpreise werden sich nur langsam erholen"

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  • Der Angebotsüberschuss der Ölförderung beträgt nach Einschätzung der IEA also 0,9 Mio Fass am tag oder eund ein Prozent. Deshalb hat sich also der Ölpreis halbiert. Die Volkwirtschaftslehre erklärt, warum bei halbem Ölpreis der Verbrauch trotz 3,3 Prozent Wirtschaftswachstum der Welt, nicht steigt. Meinen das die Experten der IEA? Dann wisssen diese Experten überhaupt nichts und haben folglich jegliches Verstrauen verspielt.

  • Wieso werden die Ölpreise nur langsam steigen, wenn sie in einer Woche um 20 Prozent steigen können? Das sind in einem Monat kaum 100 Prozent, oder?

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