Prognose korrigiert: Goldman sagt Ende der Gold-Rally voraus

Prognose korrigiert
Goldman sagt Ende der Gold-Rally voraus

Die Rohstoffpreise sind nach den Verlusten an den Aktienmärkten unter Druck geraten. Goldman sagt sogar das Ende der steigenden Goldpreise voraus. Doch davon war heute an den Märkten nichts zu spüren.
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Der Trend zum steigenden Goldpreis hat sich möglichweise schon gewendet, nachdem die US-Wirtschaft an Schwung gewonnen hat. Das haben die Analysten von Goldman Sachs in einer aktuellen Studie festgestellt.
„Der Wendepunkt im Goldzyklus ist wahrscheinlich schon da“, schrieben die Analysten, nachdem sie bereits in einer Studie vom 5. Dezember ein Ende der Rally beim Gold vorhergesagt hatten. „Der jüngste Zusammenbruch bei Gold-ETFs steht in scharfem Kontrast zu unserer Annahme, dass ETF-Positionen von einem längerfristigen Anlagehorizont und nicht von kurzfristigem Handeln bestimmt sind“.

Die Schätzungen für das Edelmetall hat die US-Bank daher deutlich gesenkt. Auf Sicht von drei Monaten lautet das Ziel nun 1615 Dollar je Feinunze, nachdem es zuvor noch bei 1825 Dollar gelegen hatte. Auf Sicht von sechs und zwölf Monaten gehen die Analysten von 1600 Dollar bzw 1550 Dollar je Feinunze aus. Zuvor hatten sie 1805 Dollar bzw 1800 Dollar prognostiziert.

Die Gold-Futures waren am 21. Februar auf 1554,30 Dollar gefallen und hatten damit den niedrigsten Stand seit dem 29. Juni erreicht. Sie hatten damit auf das Protokoll der US- Notenbanksitzung im Januar reagiert, die eine Debatte über die Anleihekäufe durch die Fed gezeigt hatte. Am Dienstag und Mittwoch wird US-Notenbankpräsident Ben Bernanke vor Kongressabgeordneten die Geldpolitik rechtfertigen. Die Fed kauft in einer dritten Runde quantitativer Maßnahmen oder QE3 monatlich Anleihen im Umfang von 85 Milliarden Dollar.

„Unsere Volkswirte gehen davon aus, dass sich die Abwärtsrisiken ihrer Vorhersagen verringert haben, während die Unsicherheit in Hinblick auf das Ausmaß von QE3 hoch ist“, heißt es in der Goldman-Studie. „Wir gehen davon aus, dass es in den vergangenen paar Monaten eine Veränderung gegeben hat, wobei die Motivation, Gold zu halten, sich rasch verringert hat“.

Doch davon war am Dienstag nichts zu spüren: Die Feinunze verteuerte sich um bis zu 0,5 Prozent auf 1601,80 Dollar, grenzte im Verlauf des Vormittags aber ihre Gewinne auf 0,2 Prozent ein. Das gelbe Metall profitierte damit wieder von seiner Funktion als sicherer Anlagehafen. Wenig en vogue war unter den Edelmetallen Platin, das im Autobau verwendet wird. Die Feinunze verbilligte sich um bis zu 1,7 Prozent auf 1577,49 Dollar und lag gegen Mittag mit 1592,74 Dollar noch 0,7 Prozent im Minus.

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  • Jetzt bin ich wieder beruhigt. Fühlte mich ein wenig unwohl, als Goldman Sachs Gold zum Kauf empfahl. Nach der 18-monatigen Korrektur wird Gold nun in die 3. Phase einer Hausse eintreten. Dort werden die grössten Gewinne gemacht. :-)

  • Doch! den gibt es: Art.20(4) GG.!

  • Goldman Sachs = Kontraindikator

    GS ist short in Gold, also kein Wunder, dass die versuchen, den Kurs zu drücken..

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