Prognose
Weltbank sieht Ende der Rohstoffhausse

Nie waren Rohstoffe gefragter. In den vergangenen fünf Jahren ist die Branche nach Ansicht der Weltbank so stabil und kontinuierlich gewachsen wie seit über hundert Jahren nicht mehr. Doch das ist jetzt vorbei. Wie ein historischer Boom zuende geht.

DÜSSELDORF. "Ein historischer Boom" ist nach Einschätzung der Weltbank nun zu Ende. "Der letzte Rohstoff-Boom war der größte und längste seit 1900", schreiben die Weltbank-Experten (Grafik). Sie schließen zwar weitere Preisrückgänge bei einzelnen Rohstoffen nicht aus, doch würden etwa die Nahrungsmittelpreise in den nächsten 20 Jahren wahrscheinlich deutlich höher liegen, als in den 90-er Jahren. Grund dafür seien vor allem die höheren Energienotierungen und der Einfluss von Biokraftstoff auf den Nahrungsmittelsektor.

Der starke Einfluss der Energiepreise hat sich gerade in den vergangen Tagen gezeigt. Der viel beachtete CRB-Rohstoffindex notierte zwischenzeitlich auf dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Hauptgrund dafür war der neuerliche, starke Rückgang der Rohölpreise. Das europäische Brentöl kostete am Spotmarkt zeitweise weniger als 40 Dollar je Barrel (159 Liter). So billig war Öl zuletzt Anfang 2005.

Der jüngste Preisrückgang bei Öl wurde durch die Experten der amerikanischen Energy Information Administration (EIA) ausgelöst, indem sie ihre Prognose für den Ölverbrauch nach unten revidierten und nun für 2009 mit einem Tagesbedarf von 85,3 Mio. Barrel weltweit rechnen. "Binnen zwei Wochen ist Öl um weitere 20 Prozent gefallen", stellt Eugen Weinberg von der Commerzbank fest. Dies sei jedoch übertrieben, zumal sich weitere Kürzungen des Angebots der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) abzeichneten. Das Ölkartell berät Mitte nächster Woche über den Umfang seiner künftigen Förderung.

Der Boom an den internationalen Warenmärkten hatte 2003 eingesetzt. Von 2007 bis Mitte 2008 stiegen die Preise von Öl und vielen anderen Rohstoffen dann mit wachsendem Tempo. Dieser Preisanstieg gipfelte Anfang Juli bei Rohöl im Rekordhoch von über 140 Dollar. Mit der konjunkturellen Abschwächung und einer dadurch wegbrechenden Energienachfrage waren die Preise an den Warenmärkten dann abgestürzt.

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