Randgold stellt sich gegen mächtigen Konkurrenten Anglogold
Goldkonzerne kämpfen um Übernahme von Ashanti

Der Goldmarkt bleibt für eine Überraschung gut: Der kleine afrikanische Goldförderer Randgold Resources drängt sich zwischen den sicher geglaubten Zusammenschluss des südafrikanischen Goldriesen Anglogold und des ghanesischen Produzenten Ashanti. Deren Fusion schien nur noch eine Frage der Zeit, doch nun hat Randgold den Ghanesen eine eigene Offerte unterbreitet.

wd KAPSTADT. Noch Anfang Juni hatte Randgold ein Interesse an Ashanti dementiert – nun ist der Konzern bereit, 1,46 Mrd. $ für den Konkurrenten zu bezahlen. Dies scheint auf den ersten Blick attraktiver als Anglogolds Offerte über 1,1 Mrd. $. Randgolds Angebot fußt jedoch auf einem reinen Aktientausch, während Anglogold einen für Ashantis Aktionäre attraktiveren Mix aus Bargeld und Aktien bereithält.

Zudem verfügt Anglogold angesichts einer 12-mal höheren Marktkapitalisierung über deutlich mehr Finanzkraft. Für Anglogold spricht zudem die technische Erfahrung im Tiefbergbau, die Ashanti für den Ausbau ihrer durchschnittlich 2 500 Meter tiefen Obuasi Deep-Mine benötigt. Bereits jetzt haben die Südafrikaner zugesagt, bei einer Annahme ihres Angebots durch den ghanesischen Staat in den nächsten fünf Jahren 110 Mill. $ in das Bergwerk zu investieren. Die Mine ist nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber sondern als größtes Unternehmen auch ein Prestigeprojekt für das westafrikanische Land.

Randgold setzt bei dem Angebot auf die politische Karte und verspricht, im Fall einer Fusion den Namen Ashanti beizubehalten, was den Ghanesen gefallen dürfte. Auch will Randgold den Hauptsitz in Ghana belassen. Bislang ist der kleine Goldkonzern nur zu 40 % an der im nordafrikanischen Mali gelegenen Morila Mine beteiligt, was das Unternehmen dazu nutzt, sich zu einem authentisch afrikanischen Unternehmen zu stilisieren.

Anglogold ist unter Druck geraten

Die ghanesische Regierung besitzt außer einer Beteiligung von 17 % an Ashanti auch eine so genannte goldene Aktie, die sie mit einem Vetorecht bei Managemententscheidungen ausstattet. Bedeutsam für den Übernahmekampf ist aber auch die Haltung des Rohstoffkonzerns Lonmin, der mit 27 % des Kapitals Ashantis größter Aktionär ist. Lonmin gibt sich ambivalent: Nachdem das Unternehmen erst kürzlich die Bereitschaft signalisiert hatte, seine Ashanti-Beteiligung an Anglogold zu verkaufen, hält es sich nun alle Optionen offen.

Die Fusion weckt großes Interesse, weil Anglogold im Verbund mit Ashanti gemessen am Goldausstoß von 7,3 Mill. Unzen zum US-Marktführer Newmont mit seinen 7,63 Mill. Unzen aufschließen würde. Anglogold bekäme zudem ein weiteres Standbein außerhalb des Heimatmarktes Südafrika, wo das Unternehmen wegen strikter neuer Gesetzesauflagen und der starken Währung Rand unter Druck geraten ist.

Dies zeigte sich bereits im zweiten Quartal: Der Gewinn von Anglogold fiel in dem Zeitraum um 19 %. Besser schlug sich die Nummer zwei in Südafrika, Gold Fields, deren Gewinn sich dank diverser Sondererträge gegenüber dem Vorquartal lediglich um 2 % verringerte. Analysten werteten es als positiv, dass es beiden Unternehmen in buchstäblich letzter Minute gelungen ist, den ersten großen Streik im südafrikanischen Goldbergbau seit 16 Jahren durch eine Anhebung der Löhne um 10 % zu verhindern.

Der nun entbrannte Kampf um Ashanti und der Ausverkauf der australischen Goldindustrie sind ein deutliches Indiz dafür, dass die Konsolidierung des Goldsektors noch nicht vorüber ist. Die Aktien von Goldförderern bergen vor diesem Hintergrund Potenzial für weitere Kursgewinne. Sie dürften auch von einem weiter steigenden Goldpreis profitieren, der erst zu Wochenbeginn wieder über 360 $ pro Unze kletterte.

Auch wenn es fundamental nach den Zugewinnen der letzten beiden Jahre wenig Anzeichen für einen nochmals deutlichen Preisschub gibt, dürfte das Rückschlagrisiko schon wegen der unsicheren politischen Weltlage und Schwäche des Dollars gering sein. Zu den Favoriten im Goldsektor zählt Newmont Mining. Das amerikanische Goldhaus führt den Goldmarkt sowohl bei Förderung als auch beim Börsenwert an.

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