Rating-Herabstufung
Euro leidet unter Irlands Schwäche

Das europäische Sorgenkind Irland wird auch für die Gemeinschaftswährung Euro zur Belastung. Nachdem die Ratingagentur S&P ihr Rating für Irland erneut senkte, rutschte der Euro deutlich unter die Marke von 1,40 Dollar und verlor auch gegenüber anderen Währungen an Wert.

HB FRANKFURT. Der Euro ist zum Start der neuen Woche deutlich gefallen. Eine erneute Herunterstufung der Kreditwürdigkeit Irlands durch die Ratingagentur Standard & Poor's sowie Spekulationen über eine baldige Anhebung des Leitzinses in den USA ließen die Gemeinschaftswährung am Montag bis auf 1,3806 Dollar sinken. Noch am Freitag waren biszu viereinhalb Cent mehr für einen Euro gezahlt worden. Auch die niedrige Wahlbeteiligung bei der Europawahl wurde Analysten zufolge am Markt zumindest teilweise als Misstrauensvotum für den Euro gewertet.Bis zum Nachmittag erholte sich der Euro aber etwas und notierte um 1,3870 Dollar.

Entsetzt reagierten Anleger auf die Nachricht, dass S&P die Bonität Irlands nur noch mit „AA“ bewertet, dieser Schritt war die zweite Herunterstufung innerhalb von nur drei Monaten. Zur Begründung hieß es von der Ratingagentur, die unerwartet hohen staatlichen Hilfen für den Bankensektor würden den irischen Staat auch mittelfristig tief ins Minus drücken. Der Euro ging darauf auch zu Yen und Pfund auf Tauchstation.

„Die alten Ängste davor, dass einzelne Staaten ihren Schuldenabbau womöglich nicht mehr in den Griff bekommen, kommen wieder hoch“, kommentierte Analyst Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. „Letzten Endes hat ja auch die Europawahl gezeigt, dass enorme Staatshilfen zum künstlichen Erhalt von Arbeitsplätzen von den Wählern nicht honoriert werden.“ Dennoch dürfe nicht aus den Augen verloren werden, dass sich der Euro im bisherigen Verlauf der Krise als Schutzschild bewährt habe. „Die politische Klammer des Euro hat einige Staaten vor noch viel heftigeren Problemen bewahrt.“

Der Dollar erhielt Händlern zufolge zudem Rückenwind von Spekulationen auf eine baldige Wende in der US-Zinspolitik. „Der Gedanke ist, dass die Zinsen in den USA früher wieder steigen werden als hierzulande“, sagte ein Händler. „Es besteht ja durchaus der Eindruck, dass von der Fed mehr Aktionismus als von der EZB ausgeht, und die Arbeitsmarktdaten Ende vergangener Woche haben wohl einige dazu animiert, grundsätzlich neu über den Dollar nachzudenken.“ Im Mai waren in der weltgrößten Volkswirtschaft wesentlich weniger Arbeitsplätze abgebaut worden als prognostiziert, und auch zuvor veröffentlichte Frühindikatoren hatten positiv überrascht.

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