Referendum in der Schweiz

„Rettet unser Gold“

Goldanleger sollten sich den 30. November dick in den Kalender eintragen: Denn dann stimmen die Schweizer über eine Initiative ab, die die Gold- und Devisenmärkte durchschütteln könnte. Was Anleger wissen müssen.
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Gold in Barren: Die Schweizer Notenbank hält derzeit Gold im Wert von 522 Milliarden Franken. Sollten die Schweizer „ja“ zur Gold-Initiative sagen, müsste die Notenbank weiterhin pro Jahr rund 500 Tonnen Gold kaufen. Quelle: Getty Images

Gold in Barren: Die Schweizer Notenbank hält derzeit Gold im Wert von 522 Milliarden Franken. Sollten die Schweizer „ja“ zur Gold-Initiative sagen, müsste die Notenbank weiterhin pro Jahr rund 500 Tonnen Gold kaufen.

(Foto: Getty Images)

BernDas Bild wirkt sympathisch: Zwei Hände umfassen ein rundes, rotes Sparschwein mit Schweizer-Kreuz. „Volksvermögen schützen – Ja zur Goldinitiative“. Mit diesem Motiv haben die Initianten des Vorstoßes derzeit die Zürcher Innenstadt vollgepflastert.

Doch das harmlose Plakat täuscht: Dahinter steckt ein brisantes Vorhaben, dass die Gold- und Devisenmärkte durchschütteln könnte. Die Macher der Initiative „Rettet unser Gold“ fordern, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) 20 Prozent ihrer Anlagen in Gold halten muss. Ferner soll sie nie wieder Goldbestände verkaufen dürfen.

Und alle Gold-Bestände sollen in der Schweiz gelagert sein. Die Initianten wie der SVP-Abgeordnete Luzi Stamm wollen so einem befürchteten Wertverfall des Schweizer Franken entgegenwirken. „Papier zerfällt, Gold hält“, so sein Wahlspruch.

Ein Blick in die Bilanz der Schweizer Notenbank macht die Brisanz des Vorstoßes klar: Sie umfasst derzeit rund 522 Milliarden Franken. Diese aufgeblähte Bilanz ist Folge der Devisenpolitik; denn um den Franken nicht über 1,20 Franken je Euro aufwerten zu lassen, kaufte die Notenbank im Milliarden-Volumen Euro auf. Von dieser Riesen-Bilanz der Notenbank entfallen bisher aber nur rund 40 Milliarden Franken auf Goldbestände von 1040 Tonnen plus Forderungen aus Goldgeschäften.

Die Notenbank müsste also Gold im Wert von 65 Milliarden Franken nachkaufen, um die Anforderungen der Initiative zu erfüllen, bliebe die Bilanz auf dem heutigen Niveau. „Das wären mindestens 1500 Tonnen Gold“, rechnet Carsten Menke vor, Edelmetall-Analyst bei der Privatbank Julius Bär.

Man muss kein Finanzexperte sein, um sich auszumalen, was das für den Goldpreis heißen würde. „Die Annahme der Initiative könnte die Einstellung der Anleger zum Gold ändern“, so Menke. Denn derzeit dominierten am Terminmarkt eher die Goldverkäufe.

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13 Kommentare zu "Referendum in der Schweiz : „Rettet unser Gold“"

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  • Versteh ich nicht, wieso darf ein kleines Bergvolk nicht so viel Gold besitzen?

  • Macht nichts - wir haben die beste Leistungsbilanz auf der Welt und können zudem jederzeit in die Schweiz exportieren. Und weil die Schweizer Qualität hoch schätzen (und auch bezahlen können), wollen sie auch deutsche Waren.
    Raten Sie aber mal, wer die besch...ste Leistungsbilanz auf der Welt hat und relativ besch...e Waren herstellt?
    https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2187rank.html
    Na, hoffentlich haben die auch wirklich noch die offiziell angegebenen ca. 8000t Gold... ;-)

  • Glückwunsch, diesen Gedankengang hatte jeder. Die Erfahrung, und zwar über Jahrtausende zeigt, dass kein Staat der Erde jemals verantwortungsvoll mit Geld umgehen konnte - auch unter dem Goldstandard (z.B. Münzverschlechterung, Geldreform,...). Noch NIE konnte ein Staat der Versuchung entrinnen auf Kosten der Sparer seine Ziele (Wiederwahl, Ausgaben, Kriege,...) durchzusetzen. Noch nie. Punkt.

  • Man vergleiche: Staatsbahn Schweiz und DB. Sonst noch Fragen? Ach ja , der Gotthard-Basistunnel wird pünktlich fertig ohne den Kostenrahmen zu sprengen, BER lässt grüssen ;–)

  • Nun raten Sie mal wer der größte Schuldner der Schweizer ist?
    Kleine Hilfe - fängt mit D..........

  • Die Schweizer waren schon immer schlauer als der Rest Europas. Sie sind nicht ganz so eingelullt und beweisen Selbstverantwortung.

    Damit sind sie bisher gut gefahren.

    Sieht so aus, als könnten sie das in Zukunft fortsetzen.

  • Jaja die Eidgenossen und das liebe Gold.
    Sicher bringt das wieder viel Bewegung in den Markt
    die Währung wird man so nicht stabil halten.

    Dazu ist das einfach zu minimal.

    Die Schweizer brauchen doch kein Gold sie haben doch
    genug reiche Leute die regelmässig neues Geld ins Land
    tragen.

    Aber vielleicht ist genau das der Grund dafür.
    Wär ja viel zulangweilig nur viel Geld zu haben.

    Übrings wurde der Goldstandard vor mehreren Jahrzehnten
    abgeschafft. (Bretton-Woods-System)
    Nachdem 2. WK und der grossen Krise hat sich viel getan.

  • Die Kombination von unaufgeregtem Qualitätsbewusstsein mit direkter Demokratie in der Schweiz kann man nur bewundern!

    Wenn wir Deutschen nicht ganz bl.. wären, würden wir unsere Target II Salden auch mit physischen Gold abbauen...

  • Klasse - es kann also gar nichts passieren, dann kann der Michel ja weiter schlafen ;-)
    Der HB Berichterstattung hätte es einmal gut getan jedenfalls ein wenig über den Tellerrand zu blicken.
    Wie wollte die Schweiz des angestrebte Verhältnis des Franken zum Euro halten, wenn nicht durch schnödes Drucken von Fränkli? Also in SFR long gehen? - Was machen denn die schnöden Politik-Popanze in anderen Ländern, wenn auch dort der Ruf nach Absicherung der Währung durch Erhöhung der Goldbestände laut wird? -Den Politikern in Europa ist doch längst das Vertrauen der (arbeitenden) Bevölkerung entglitten. Aber nach wie vor gilt in unserem Land: "Wer auf den Schmutz hinweist, gilt ja für viel gefährlicher als der der den Schmutz macht" (frei nach Kurt Tuchholsky.)

  • Ein sehr weitsichtiges Vorhaben! Ich wünsche den Schweizern viel Erfolg damit.

    Wir Deutsche werden ja nicht gefragt, weder zur EU, noch zum Papier-Euro, noch zu irgendetwas

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