Reformpläne
Indien ringt um die Rupie

Eine politische Kontroverse verunsichert Investoren in Indien. Grund ist die Absicht der Regierung, die Rupie konvertierbar zu machen und Kapitalströme zu erleichtern. Der Fünf-Jahres-Fahrplan eines Expertenkomitees zur Liberalisierung der Kapitalbilanz bringt die Zentralbank, das Finanzministerium, den Premierminister und seine kommunistischen Partner gegeneinander auf.

NEU DELHI. Für den Handel ist die Rupie weitgehend konvertierbar. Kapitalzu- und abflüsse unterliegen jedoch weiter engen Beschränkungen, obwohl diese in den vergangenen Jahren gelockert wurden. Im März hatte der reformfreudige Premier Manmohan Singh eine Idee aus dem Jahr 1997 wieder aufgenommen. Damals plante die Regierung eine Freigabe der Rupie innerhalb von fünf Jahren. Dann brach die Asien-Krise herein, und das Vorhaben wurde auf Eis gelegt. Der neue Plan ähnelt dem alten. Er sieht unter anderem vor, Obergrenzen für Auslandskredite indischer Firmen und Banken stark zu erhöhen und Privatbürgern zu erlauben, jährlich 200 000 Dollar ins Ausland zu überweisen, statt derzeit 25 000. Das verspricht globalen Finanzhäusern besseren Zugang zu indischen Privat- und Geschäftskunden. Auch indische Fonds sollen viel mehr Kapital außerhalb des Landes anlegen dürfen. Im Gegenzug winkt Auslandsanlegern leichterer Zugang zu indischen Wertpapieren.

Singh setzt wie eine Reihe von Experten darauf, dass eine Liberalisierung der Kapitalbilanz das Wirtschaftswachstum stützt und Investoren anlockt. Außerdem weiß er, dass dadurch Reformen im Finanzsystem nötig würden, die dessen Gesundheit stärken. Die Bedingungen für die Konvertierbarkeit der Rupie bis 2011 umfassen eine Umwandlung des Budgetdefizits in ein Plus von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dies würde die Abarbeitung einer anschwellenden Schuldenlast fördern, die sich auf fast 80 Prozent des BIP beläuft. Außerdem soll die Regierung ihren Anteil an Banken von über 50 auf 33 Prozent herunterfahren. Staatsbanken kontrollieren drei Viertel der Kreditvergabe. Sie sind ineffizient, überbesetzt und verlieren Marktanteile an private Institute.

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