Regulierung
US-Aufsicht geht Ölspekulanten an den Kragen

Wer trägt die Schuld an den starken Schwankungen am Ölmarkt? Die US-Aufsicht CFTC behauptete lange, Spekulanten seien nicht für die Kurskapriolen verantwortlich. Jetzt hat die Behörde womöglich ihre Meinun geändert. Immerhin will sie stärker gegen Spekulationen an den Energiemärkten vorgehen.

HB WASHINGTON. Die US-Aufsichtsbehörde CFTC hat ein energisches Vorgehen gegen riskante Spekulationsgeschäfte auf den Energiemärkten in Aussicht gestellt. Alle Möglichkeiten müssten in Betracht gezogen werden, sagte der Vorsitzende der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), Gary Gensler, am Dienstag in Washington. Auch strikte Obergrenzen für die Wetten auf Preisentwicklung müssten ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Gensler wies unterdessen einen Bericht zurück, dass die CFTC Spekulanten für den Höhenflug des Ölpreises 2008 verantwortlich machen wolle.

Zu der geplanten Kontrolle der Energiemärkte sagte Gensler, noch müsse geklärt werden, wo solche Grenzen für Kauf- und Verkaufspositionen liegen sollen, wer sie vorgebe und ob es Ausnahmen geben solle. Anders als bei Agrarprodukten setzt die CFTC bei Energierohstoffen bislang keine Spekulationsgrenzen. Diese werden von den Terminbörsen vorgegeben. Am Dienstag beriet die CFTC in einer ersten Anhörung über eine härtere Kontrolle der Rohstoffmärkte. Der nächste Termin war für Mittwoch geplant.

Während der vergangenen zwei Jahrzehnte war die CFTC oft für eine laxe Haltung kritisiert worden. Auch im vergangenen Jahr geriet sie in die Schusslinie von Abgeordneten, als der Ölpreis ein Rekordhoch von mehr als 147 Dollar je Barrel erreichte. Die CFTC-Kritiker machten damals Investoren für den Preisauftrieb verantwortlich und verlangte Beschränkungen. Die CFTC stellte sich dagegen auf den Standpunkt, der Preis spiegele die Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage wider.

Das "Wall Street Journal" berichtete am Dienstag auf seiner Internetseite, im kommenden Monat wolle die CFTC in einem Bericht nun doch Spekulanten für die Kurskapriolen beim Ölpreis verantwortlich machen. Gensler wies diesen Bericht kurz darauf aber als "voreilig" und "falsch" zurück.

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