Rekordhoch
US-Ölpreis steigt erstmals über 120 Dollar

Der US-Ölpreis ist erstmals über die Marke von 120 Dollar gestiegen und hat damit ein neues Allzeithoch markiert. Am Nachmittag kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni auf bis zu 120,25 Dollar. Kurz darauf gab er jedoch wieder leicht nach und notierte bei 119,50 Dollar. Das waren 3,18 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Freitag.

HB NEW YORK. Auch der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte kräftig zu und stieg um 3,22 Dollar auf 117,78 Dollar. Die Spritpreise in Deutschland hielten sich auf hohem Niveau.

„Der jüngste Preissprung (beim Öl) dürfte vor allem auf geopolitische Spannungen zurückzuführen sein“, sagte Rohstoffexpertin Dora Borbély von der DekaBank. Als Begründung nannten Händler in erster Linie erneute Unruhen in Nigeria, der wichtigste afrikanische Ölproduzent. Zum anderen verwiesen Marktteilnehmer auf Äußerungen beim Präsidentschaftswahlkampf in den USA zum Atomprogramm des Irans. So hätten sich die rivalisierenden Kandidaten der Demokraten, Barack Obama und Hillary Clinton, erneut gegen das iranische Atomprogramm ausgesprochen.

Auch der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist gestiegen. Nach Angaben des OPEC-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel Rohöl aus den Fördergebieten des Kartells am Freitag 106,99 Dollar. Das war ein Dollar mehr als am Donnerstag. Die OPEC berechnet den Korbpreis auf der Basis von 13 Sorten der Organisation. Die Spritpreise in Deutschland blieben unterdessen weiter hoch.

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Super kostete im April an den Marken-Tankstellen durchschnittlich 1,43 Euro pro Liter. Das waren 1,5 Cent mehr als im Vormonat, wie der Mineralölwirtschaftsverband am Montag in Hamburg mitteilte. Für Diesel mussten die Verbraucher an den Zapfsäulen im Schnitt 1,35 Euro pro Liter bezahlen - das waren 1,8 Cent mehr als im März. Tanken war im April laut ADAC und Automobilclub so teuer wie noch nie.

Noch stärker als die Verkaufspreise sind im April nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands die Einkaufskosten am Rotterdamer Markt gestiegen. Dort legten die Preise für Eurosuper um 3,4 Cent auf 45,8 Cent pro Liter zu, die für Dieselkraftstoff um 2,6 Cent auf 57,3 Cent pro Liter. Wegen des harten Wettbewerbs unter den Tankstellen seien die Kosten nicht voll an die Verbraucher weiter gegeben worden, hieß es. Der Steueranteil am Benzinpreis aus Mineralöl- und Mehrwertsteuer betrug im April 62 Prozent.

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