Rekordhöhen
Erste Überhitzung bei Rohstoffen

Nach Meinung von Experten sind an den Rohstoffmärkten erste Anzeichen für eine kurzfristige Überhitzung zu erkennen. Immer mehr Investoren habenin jüngster Zeit die Anlageklasse Rohstoffe entdeckt und sich hier spekulativ engagiert.

FRANKFURT. An den Rohstoffmärkten sind nach Meinung von Fachleuten erste Anzeichen für eine kurzfristige Überhitzung zu erkennen. Immer mehr Investoren hätten in jüngster Zeit die Anlageklasse Rohstoffe entdeckt und sich hier spekulativ engagiert, heißt es derzeit von mehreren Seiten. Dieser Herdentrieb ist es, der bei den besonnenen Großinvestoren die Alarmglocken läuten lässt.

Er fühle sich bei Analyse gerade der Buntmetallmärkte derzeit an die Bildung der Nasdaq-Blase erinnert, die im Jahr 2000 dann unter dramatischen Umständen platzte, sagt Tony Dolphin von Henderson Global. Der Experte weist vor allem auf die zunehmenden Aktivitäten spekulativer Kräfte wie Hedge-Fonds hin, die Teile der Rohstoffmärkte in ihre Fänge genommen hätten. Es werde der Tag kommen, an dem diese spekulativen Investoren die Risiken von Rohstoffinvestments höher einschätzen werden als die Chancen. Dann werde durch Verkäufe und Baisse-Spekulationen möglicherweise für eine gewisse Zeit eine Lawine losgetreten und die Preise kräftig unter Druck gebracht.

„Einige Hedge-Fonds-Manager betrachten den Preisaufschwung an verschiedenen Rohstoffmärkten bereits heute mit einer gewissen Skepsis“ sagt Andreas Benz von der weltweit größten Hedge-Fonds-Gesellschaft Man Group. Noch traue man sich wegen des China-Faktors allerdings nicht zu Baisse-Spekulationen. Dies gelte auch für die Urstoffmärkte (Wasser, Ethanol und CO2-Emissionszertifikate). Der letztgenannte Markt erlebt derzeit – allerdings aus strukturellen Gründen – bereits eine scharfe Preiskorrektur.

Eine kurzzeitige Preiskorrektur an den Rohstoffmärkten sei jederzeit möglich, sagt auch Simon Davies, Vorstandschef von Threadneedle Asset Management. „Es besteht jedoch kein Zweifel, dass die Welt einen neuen Haussezyklus bei Rohstoffen erlebt, der noch anhalten wird“, sagt Davies. „Wenn sie fragen, ob die Rohstoffpreise um zehn Prozent oder mehr zurückfallen können, dann antworte ich eindeutig mit ja“, sagt auch Klaus Martini, Global Chief Investment Officer der Deutschen Bank, dem Handelsblatt. Auch Martini zeigt sich aber überzeugt, dass der Haussezyklus noch zehn Jahre oder mehr Bestand haben wird.

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