Rekordjagd vorläufig gestoppt
Benzin- und Öl-Preise leicht gesunken

Der Rohölpreis hat sich am Montag wieder etwas von seinem am Freitag erzielten Rekordstand entfernt und auch an den Tankstellen kostete ein Liter Kraftstoff im Bundesdurchschnitt rund einen Cent weniger als nach der jüngsten Preisrunde vom Donnerstag. Die Opec sieht sich derweil machtlos gegenüber dem hohen Ölpreis.

HB HAMBURG. Wie Sprecher der Branche in Hamburg mitteilten, zahlten Autofahrer für Superbenzin am Abend durchschnittlich 1,37 Euro und für Diesel 1,16 Euro. Nach einem Rückgang hatten die Spritpreise im Tagesverlauf jedoch wieder angezogen. Die Rohölpreise gingen nach dem kräftigen Preisschub der vergangenen Woche ebenfalls etwas zurück. Händler begründeten dies mit Gewinnmitnahmen. Rohöl der Nordsee-Sorte Brent fiel am Montag unter die 74-Dollar-Marke und kostete am Nachmittag 73,78 Dollar für die Auslieferung im Juni. Das waren 70 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis der US-Sorte WTI für Juni fiel ebenfalls um 70 Cent auf 74,47 Dollar.

Damit ist Öl aber noch immer rund 30 Prozent teurer als vor einem Jahr. Investmentfonds und Anlageberater, die auf dem Ölmarkt in den vergangenen Jahren zunehmend an Einfluss gewonnen haben, peilen sogar Preisziele von 100 Dollar je Barrel an. Als preistreibend gilt besonders der Konflikt um das iranische Atomprogramm.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) sank unter die historische Höchstmarke von 67 Dollar vom vergangenen Donnerstag. Nach OPEC-Angaben vom Montag ging der Preis für ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten des Kartells Ende vergangener Woche um 16 Cent auf 66,84 Dollar zurück.

Trotz der hohen Ölpreise plant die OPEC keine Veränderung der Förderpolitik. Die Organisation sieht derzeit keine Möglichkeit, den anhaltend hohen Ölpreis zu beeinflussen. Die Organisation entschied nach einem Treffen in Doha am Montag, dass eine Erhöhung der derzeitigen Fördermenge von 28 Mill. Barrel pro Tag nicht in Betracht komme, da daraus keine Preissenkungen zu erwarten seien. Der Vorschlag Kuwaits, die letzten freien Förderkapazitäten von zwei Mill. Barrel täglich auszuschöpfen, stieß bei den anderen Staaten auf wenig Gegenliebe. „Sie wissen und ich weiß, dass der Grund für den hohen Preis nicht von einer Angebotsknappheit herrührt“, sagte der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi am Rande der Konferenz. „Die Opec kann nichts gegen die Aufwärtsbewegung am Markt machen“, sagte auch Michael Coleman vom Hedge Fonds Aisling Analytics. „Sie haben keinen großen Spielraum mehr.“

Die Märkte machen vor allem den anhaltenden Streit zwischen dem Iran und der internationalen Staatengemeinschaft um das Atomprogramm des Landes für die hohen Ölpreise verantwortlich. „Es gibt nichts, was man gegen diese Spannungen machen könnte und so lange diese Spannungen anhalten, wird der Ölpreis hochbleiben“, sagte Al-Naimi. Saudi-Arabien ist als führendes Förderland und wichtiger Verbündeter der USA das einflussreichste Opec-Mitglied.

Auf dem Rotterdamer Spotmarkt verteuerte sich in den vergangenen Wochen besonders Benzin deutlich, weil die USA viel auf dem europäischen Markt kaufen. Allein im April werden es rund 1,8 Mill. Tonnen sein. Das entspricht fast dem monatlichen Benzinbedarf Deutschlands. Der Preis für eine Tonne Benzin kletterte in Rotterdam bereits auf 719 Dollar.

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