Rekordkurs
Goldpreis steigt über 1 000 Dollar

Konjunktursorgen und Ängste vor einer anziehenden Inflation haben den Goldpreis wieder über 1 000 Dollar getrieben. Es ist erst das fünfte Mal, dass dieses Niveau erreicht wird. Bis zum Rekordstand fehlen Gold nur noch knapp 30 Dollar. Ein anderes Bild zeigt sich allerdings, wenn man Gold inflationsbereinigt berechnet.

HB DÜSSELDORF. Der Goldpreis hat am Dienstag erstmals seit einem halben Jahr wieder vierstellig notiert. Die amerikanischen Gold-Futures stiegen am Morgen auf 1 000 Dollar, der Preis am Spotmarkt folgte wenig später und stieg in der Spitze auf 1 004,95 Dollar je Feinunze. Wie schon in den vergangenen Tagen sorgten die Schwäche des Dollars, Sorgen über die Nachhaltigkeit der weltweiten Erholung und Inflationsängste für steigende Preise. Einige Marktteilnehmer waren aber skeptisch, ob das Niveau nachhaltig ist und begründeten ihre vorsichtige Einschätzung damit, dass der Anstieg stark spekulationsgetrieben und Gold im historischen Vergleich sehr teuer sei.

Insgesamt haben die Futures zum neunten Mal die Marke von 1 000 Dollar überschritten - drei mal in diesem Jahr und sechs mal im vergangenen. Der Rekordstand lag bei 1 033,90 Dollar. Die Spotpreise waren bisher fünfmal vierstellig und erreichten ihr Hoch im März 2008 bei 1 030,80 Dollar.

"Der steigende Goldpreis basiert auf einer Unsicherheit durch alle Anlagerschichten, von den Privatanlegern bis zu den Institutionellen", sagte Sandra Close, Analystin des Gold-Researchdienstes Surbiton Associates, der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe Fragen über den Zustand der Wirtschaft, über die Entwicklung der Zinsen. All dies ermuntere Goldkäufer. "Das Potenzial, dass wir noch höhere Preise sehen, ist auf jeden Fall da", sagte Close."

Sehr stark profitiert Gold auch von Ängsten vor einem deutlichen Anziehen der Inflation, wie sie die gewaltigen Konjunkturprogramme westlicher Regierungen zuletzt geschürt haben. Eine Studie des von der Goldindustrie etablierten World Gold Council kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass Gold zwischen 1974 und 2008 in Jahren mit hoher Inflation real im Schnitt um 15 Prozent zulegen konnte. Dies erkläre, weshalb viele Investoren Gold noch immer als Schutz gegen eine aus dem Ruder laufende Inflation kauften.

In der Tat sucht seit Beginn der Finanzkrise ein immer größerer Teil des spekulativ angelegten Geldes, das zuvor in strukturierte Finanzinstrumente floss, nach weniger risikoträchtigen Anlagen - und findet diese fast nur noch im Gold. Diese Sonderstellung erklärt sich auch damit, dass es ein untypischer Rohstoff ist. Es ist nicht nur wertbeständig sondern gilt auch als eine Art Ersatzwährung: "Gold ist noch immer der einzige Rohstoff, der wie Geld eingesetzt werde kann" sagt Bergbauspezialist Graham Birch vom Fondsmanager Blackrock. Aus diesem Grund eigene es sich gut zur Diversifikation.

Ein Angriff auf den Rekordstand von 1 030 Dollar könnte vor diesem Hintergrund bevorstehen. Die Marke relativiert sich allerdings, wenn man Gold auf inflationsbereinigter Basis betrachtet. Nach Berechnung von GFMS liegt das Allzeithoch des gelben Metalls dann bei 2 079 Dollar je Feinunze.

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