Rekordpreise
Am Reismarkt drohen Versorgungsengpässe

Die Preise des wichtigen Grundnahrungsmittels erreichen ein bislang noch nie gesehenes Niveau - Im Vergleich zum Jahr 2002 kostet Reis heute mehr als das Vierfache. Die Versorgungslage in einigen der großen asiatischen Verbraucherländer ist angespannt.

FRANKFURT. Der Reispreis hat in den vergangenen Tagen neue Rekordmarken erreicht. Am Chicago Board of Trade (CBOT) – einer Division der weltgrößten Terminbörsen Chicago Mercantile Exchange (CME) – kletterte der Rohreis-Terminkontrakt zur Lieferung im Monat März auf 16,99 Dollar je Hundredweight (45,359237 Kilogramm) und damit auf ein bislang noch nie zuvor gesehenes Preisniveau. Zum Vergleich: Noch im Jahr 2002 kostete Rohreis unter vier Dollar. Händler sprachen von starkem spekulativen Interesse.

Hintergrund des Aufschwungs am Reismarkt ist die weiterhin angespannte Versorgungslage in den großen Verbraucherländern. Bekanntlich zählt Reis in Asien zu den wichtigsten Lebensmitteln überhaupt. Für mehr als zwei Milliarden Menschen ist dieses Getreide das wichtigste Nahrungsmittel. Durch die aktuell angespannte Versorgungslage sei ein weiterer Anstieg der Reispreise nicht auszuschließen, sagt Alex Waugh von der britischen Rice Association, der Dachorganisation von Reismühlen und Reisimporteuren. Als einen Grund für die Möglichkeit weiter steigender Reispreise nennt Waugh den Fakt, dass einige Reisexportländer zuletzt ihre Ausfuhrmengen beschränkt haben.

Statistiken des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) weisen Thailand, Vietnam, Indien und Pakistan als die drei größten Reisexportnationen und die Philippinen, Indonesien und Nigeria als führende Importländer für Reis aus Wie angespannt die aktuelle Lage am globalen Reismarkt derzeit ist, kam zuletzt darin zum Ausdruck, dass die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal den vietnamesischen Premierminister Nguyen Tan Dung um einen Vertrag zur langfristigen Sicherstellung des philippinischen Reisbedarfs bat. Presseberichten aus Manila zufolgen decken die Reisvorräte der Philippinen derzeit gerade einmal acht Tage des laufenden Verbrauchs.

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