Rekordserie
Goldpreis steigt über 1 160 Dollar

Neue Woche, neuer Rekord. Getrieben durch einen schwächeren Dollar und steigende Ölpreise hat Gold ein weiteres Allzeithoch markiert. Im frühen Handel stieg der Preis bis auf 1 167 Dollar je Feinunze.
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HB LONDON. Der Goldpreis ist am Montag auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Am Morgen kletterte der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) in der Spitze bis auf 1 167 Dollar. Damit wurde der letzte Rekord vom vergangenen Mittwoch bei 1 152 Dollar deutlich übertroffen. Auch der Euro-Rekord vom Februar rückt mit dem jüngsten Anstieg inzwischen in Reichweite.

Der Goldpreis setzt damit seine seit vielen Wochen anhaltende Rekordjagd fort. Seit Jahresbeginn hat sich Gold in Dollar um rund 38 Prozent verteuert. Inzwischen liegt der Preis mit 780 Euro auch nur noch zehn Euro unter dem Euro-Rekordstand vom Februar. „Der schwächere US-Dollar und mögliche neue geopolitische Spannungen im Nahen Osten unterstützen den Goldpreis“, betonte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. So habe der Iran am Wochenende mit einem mehrtägigen Luftmanöver begonnen und damit gedroht, Raketen auf Israel abzuschießen, sollten seine Atomanlagen angegriffen werden.

Hinzu kommen aus Sicht von Weinberg spekulative Investoren, die derzeit jede Preisschwäche nutzen und Positionen aufbauen. Insgesamt blieben die Rohstoffmärkte „Spielball der Finanzanleger“. Aber auch die physische Goldnachfrage nach Barren und Münzen scheine ungebrochen: So verzeichne die US-Münzprägeanstalt US Mint in den ersten zehn Monaten eine Verdopplung des Verkaufs der Goldmünze American Eagle. Im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr 2007 habe sich die Nachfrage sogar verzehnfacht. Die britische Prägeanstalt habe die Auflagehöhen ihrer Goldmünzen in den ersten drei Quartalen vervierfacht. Die Münze Österreich, als weltweit größter Goldmünzenhändler, habe bis September 1,9 Mio. Unzen Gold an Münzen und Barren verkauft. Dies entspreche einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

"Momentum wird für den Preis ein sehr wichtiger Treiber. Man kann Hinweise sehen, dass die Safe-Haven-Käufer zurückkehren", sagte Mark Pervan, Rohstoffanalyst bei ANZ, der Nachrichtenagentur Reuters. "Es gibt zunehmend die Erwartung, dass der Markt zum Jahresende Risiken abbauen wird. Es könnte Verkäufe an den Aktienmärkten geben, Gold dagegen könnte von dieser Entwicklung profitieren."

„Außerdem investieren mehr und mehr bekannte Hedge-Fonds offensichtlich in Gold“, betonte Rohstoff-Stratege David Barclay von Standard Chartered in Hongkong. Dies sei ein Faktor, der weitere Investoren anlocke.

Am Derivatemarkt spekulieren Optionshändler darauf, dass Gold Anfang nächsten Jahres auf 1 200 Dollar oder höher steigen wird.

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