Rekordvolumen
Japan stock Währungsfonds auf

Japan fährt neue Geschütze im Kampf gegen die Yen-Stärke auf. Der Interventionsfonds des Landes wird deutlich aufgestockt. Die Märkte reagierten zurückhaltend auf die Ankündigung.
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TokioIm Kampf gegen die exportschädliche Yen-Stärke fährt die japanische Regierung neue Geschütze auf. Das Land werde seinen Fonds für Währungsinterventionen aufstocken und Händlern an den Devisenmärkten noch länger verstärkt auf die Finger schauen, kündigte Finanzminister Jun Azumi am Freitag an. Ausschlaggebend für diesen Schritt dürfte auch die Serie enttäuschender Wirtschaftsdaten gewesen sein, die zuletzt ein Ende der raschen Konjunkturerholung nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im März signalisierten. So stieg die Industrieproduktion im August nur noch um 0,8 Prozent, während Experten mit 1,5 Prozent gerechnet hatten.

Der Fonds für Währungsinterventionen solle um 15 Billionen Yen (rund 140 Milliarden Euro) erhöht werden, sagte Azumi. Damit erreiche der Fonds faktisch ein Rekordvolumen von 46 Billionen Yen. So solle mehr Spielraum für den Fall geschaffen werden, dass Japan erneut gegen Spekulanten vorgehen müsse, die den Yen-Kurs hochtreiben. Zudem werde die im vergangenen Monat eingeführte Auflage bis Dezember verlängert, wonach Banken und Handelshäuser in Japan mehr Informationen über ihre Devisen-Positionen bereitstellen müssen. Auch damit sollen Spekulationen auf einen Anstieg des Yen verhindert werden.

Am Devisenmarkt hielt sich die Reaktion auf Azumis Vorstoß in Grenzen. Ein Händler bezeichnete die Warnungen als Schaukampf. Andere erklärten dagegen, eine größere Kriegskasse rufe in Erinnerung, dass Interventionen möglich seien.

Anfang August hatte Japan Devisen im Rekordwert von 4,5 Billionen Yen (rund 43,3 Milliarden Euro) aufgekauft. Seitdem hat sich die japanische Währung zum Dollar stabilisiert. Im Vergleich zum Euro und Währungen anderer asiatischer Länder setzte der Yen seinen Höhenflug aber fort. Durch den starken Yen werden japanische Produkte im Ausland teurer, was die Geschäfte der Exportwirtschaft schmälert. Dies könne die Erholung abwürgen, sagte Azumi.

Die Aussichten sind vorerst nicht rosig: Der Markit-Einkaufsmansger-Index deutete im September auf den ersten Rückgang der Industrieproduktion seit fünf Monaten hin. Das Barometer sank auf 49,3 Punkte und blieb damit unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Nach dem mageren Plus der Industrieproduktion im August von 0,8 Prozent rechnet die Branche laut einer Umfrage der Regierung für September mit einem Rückgang von 2,5 Prozent, bevor es im Oktober wieder aufwärtsgehen soll. Doch einige Analysten halten diese Prognose für zu optimistisch.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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