Renten fallen weiter
Zinsspekulationen treiben britisches Pfund

Spekulationen auf steigende Zinsen in Großbritannien haben dem britischen Pfund am Dienstag Auftrieb gegeben. Auslöser waren Äußerungen des Chefs der Bank of England, Mervyn King. Er hatte gesagt, es sei denkbar, dass der Leitzins weiter erhöht werden könnte.

HB FRANKFURT. Derzeit liegt das Zinsniveau zur Versorgung der Finanzwirtschaft mit Zentralbankgeld in Großbritannien bei 5,5 Prozent und damit höher als in der Euro-Zone. Das Pfund kostete Dienstagnachmittag 1,9730 Dollar, rund einen halben US-Cent mehr als am Montagabend.

Der Euro bewegte sich zu den wichtigsten Weltwährungen nur wenig. Händler in Frankfurt zahlten für die europäische Gemeinschaftswährung 1,3339 Dollar und damit kaum weniger als am Vorabend in New York. „Es stehen keine relevanten Konjunkturdaten auf der Agenda. Insofern sind die Märkte unschlüssig“, sagte ein Börsianer.

Zuletzt hatten überraschend robuste US-Konjunkturdaten für geänderte Zinserwartungen an den Märkten gesorgt. Zu Jahresbeginn waren die meisten Analysten noch davon ausgegangen, dass ein sich abschwächendes Wachstum in den USA dort zu Zinssenkungen führen dürfte. Dies hatte den Dollar kräftig unter Druck gebracht. „Das Thema scheint jetzt aber durch zu sein“, sagte ein Devisenexperte einer deutschen Großbank.

Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro am Nachmittag auf 1,3345 Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX lag die europäische Gemeinschaftswährung stabil bei 1,3346 (1,3344) Dollar.

Der Neuseeland-Dollar erholte sich von seinen Vortagesverlusten und kostete 0,7520 $. Am Montag war der „Kiwi“ nach einer überraschenden Intervention der Zentralbank bis auf 0,7461 $ abgerutscht. In der Vorwoche war er nach einer erneuten Leitzinserhöhung auf jetzt acht Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren geklettert. In Neuseeland liegen die Kapitalmarktzinsen derzeit so hoch wie in keinem anderen Industrieland.

Am Rentenmarkt ging es nach dem kurzen Zwischenhoch zu Wochenbeginn wieder bergab. Der für die Staatsanleihen in der Euro-Zone richtungweise Bund-Future gab um 25 Ticks auf 110,52 Punkte nach. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 4,6 Prozent. Diese Marke hatte sie in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit rund viereinhalb Jahren überwunden.

„Latente Inflationsängste dominieren weiter den Handel“, stellten die Analysten der Helaba in einem Marktkommentar fest. Mehrere Notenbanker hatten zuletzt vor dem Hintergrund der brummenden Konjunktur vor einer Beschleunigung der Geldentwertung gewarnt und damit indirekt eine weitere Straffung der Geldpolitik in Aussicht gestellt. Dies hatte die Kurse der Rentenfutures am Terminmarkt in der vergangenen Woche um rund 100 Ticks in den Keller gedrückt.

Die Umlaufrendite öffentlicher Bundeswertpapiere stieg am Dienstag auf 4,59 (4,57) Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,07 Prozent auf 113,62 Zähler nach.

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