Reservewährungen
Zentralbanker verlieren Vertrauen in den Euro

Die Landeswährungen Australiens und Kanadas sind die neuen Lieblinge der Zentralbanker. Trotz zuletzt herber Kursverluste stieg ihr Anteil als Reservewährungen deutlich an. Der Euro verlor dagegen deutlich an Vertrauen.
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FrankfurtDer Landeswährungen Australiens und Kanadas haben in diesem Jahr den größten Kursrutsch seit 2011 erlebt. Durch den günstigen Kurs witterten Zentralbanken zuletzt aber wieder gute Kaufgelegenheiten. Im zweiten Quartal kauften die Verwalter von Devisenreserven kanadische Dollar im Gegenwert von 16,8 Milliarden US- Dollar und australische Dollar für 13,5 Milliarden US-Dollar. Das geht aus Daten des Internationalen Währungsfonds IWF hervor.

Keine anderen Devisen fanden so viel Interesse, auch wenn der Kurs des „Loonie”, wie der kanadische Dollar auch genannt wird, in dem Zeitraum um 3,3 Prozent fiel. Der australische Dollar, der „Aussie” wertete in den drei Monaten sogar zwölf Prozent ab und verzeichnete damit die schlechteste Entwicklung unter den 31 wichtigsten Währungen, die von Bloomberg beobachtet werden.

„Der Status des australischen und des kanadischen Dollars als Reservewährung ist sehr robust”, sagt Richard Grace, Chef- Währungsstratege bei der Commonwealth Bank of Australia, in einem Telefonat mit Bloomberg News. „Beide Volkswirtschaften haben eine stabile Bonitätsnote, und im Zuge der sich weiter verbessernden Liquidität werden die Manager von Devisenreserven wahrscheinlich einen höheren Anteil ihrer Reserven in diese beiden Währungen leiten.”

Und die Attraktivität von Loonie und Aussie könnte noch zunehmen, da der Stillstand des größten Teils der US-Verwaltung und der Streit im Kongress über die Anhebung der Schuldenobergrenze noch mehr Zentralbanken ermutigen dürfte, ihre Devisenreserven vom US-Dollar weg zu diversifizieren.

Kanada und Australien bieten den Vorteil der größten Märkte für Staatsanleihen unter den acht Staaten mit der erstklassigen Bonitätsnote „AAA” und stabilem Ausblick von allen drei großen Ratingagenturen, wie Daten von Bloomberg zeigen.

Der IWF weist die Bestände der Zentralbanken an kanadischen und australischen Dollars erst seit dem vierten Quartal 2012 separat aus. Und der Anteil der beiden Währungen an den weltweiten Devisenreserven ist seither in jedem Quartal gestiegen. Zuvor waren Loonie und Aussie in der Kategorie „andere Währungen” beim IWF verzeichnet. Der IWF beobachtet die Allokation von rund sechs Billionen Dollar der insgesamt elf Billionen Dollar an Devisenreserven der Zentralbanken, sagt aber nicht, welches Land seine Zahlen vorlegt.

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Australien und Kanada stehen in hohem Ansehen

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  • Bezieht sich auf gelöschten Beitrag.

  • Genau. Wir sind auf einem guten Weg. Vom Euro lernen heißt Siegen lernen. Ein HOCH HOCH HOCH auf die EUSSR.
    Und schön lernen, wie geflaggt wird, Rechner. Denn Du bist auch dabei!

  • O-Ton Handelsblatt
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    Zentralbanker verlieren Vertrauen in den Euro
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    Seit 1999 liegt der Anteil des Euro an den Devisenreserven zwischen 22% und 27,7%.

    Jetzt liegt er bei 24%, gegenüber 23,9% Ende 2012.

    Daraus einen Vertrauensvelust zu konstruieren ist schon recht weit hergeholt.

    ...

    Ich gehe davon aus, daß diese Überschrift im Wallstreet-Büro des Handelsblatts erstellt wurde.

    Da kommt es auf Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge natürlich nicht weiter an - Kenntnisse der letzten Zuckungen des Philly-FED-Index nebst Case-Shiller und "housing-starts" sind ausreichend.

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