Rezessionsangst
Rohstoffpreise im freien Fall

Sorgen vor einer lang anhaltenden globalen Rezession haben die Talfahrt der Rohstoffpreise am Freitag verstärkt. Weil der Konjunktureinbruch die Nachfrage erheblich drücken wird, sanken die Preise von Industriemetallen kräftig. Auch der Ölpreis rutscht weiter ab und notiert nur noch knapp über der Marke von 40 Dollar.

HB FRANKFURT. Die Preise für Industriemetalle und Öl haben am Freitag ihre Talfahrt wieder aufgenommen. "Die Rohstoffpreise spiegeln deutlich die schlechte Stimmung der Wirtschaft wider", heißt es in einem Marktkommentar der Weberbank. "Waren noch vor wenigen Monaten einige Rohstoffe Mangelware, so liegen sie jetzt in den Häfen und werden nicht abgerufen."

Der Preis für eine Tonne Aluminium fiel zeitweilig um sechs Prozent auf 1 494 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Die Tonne Kupfer war mit 3 066 Dollar so billig wie zuletzt vor dreieinhalb Jahren. Gegenüber dem Vortag sank die Notierung um 6,5 Prozent. Analysten zufolge hat sich der Ausblick für die Metallnachfrage zuletzt deutlich eingetrübt. Der Kupferverbrauch wird in China nach offiziellen Angaben im nächsten Jahr nur noch fünf Prozent zulegen. In den vergangenen Jahren war die Nachfrage im weltgrößten Verbraucherland jeweils im zweistelligen Prozentbereich gestiegen. "Das Ausmaß des Preisverfalls bei einigen Metallen deutet darauf hin, dass der Markt eine Verschlechterung der Marktbedingungen erwartet, wie er zuletzt während der großen Depression beobachtet wurde", heißt es in einer Studie von Barclays.

Ölpreis rutscht auf Wochensicht 20 Prozent ab

Der Ölpreis geriet nach der Veröffentlichung schwacher US-Arbeitsmarktdaten unter Druck und fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang 2005. Das Fass US-Leichtöl WTI verbilligte sich auf weniger als 41 Dollar. Auf Wochensicht rutschte die Notierung mehr als 20 Prozent ab - der stärkste Rückgang seit März 2003. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich am Freitag ebenfalls deutlich und rutschte unter die Marke von 40 Dollar je Fass.

Nach Einschätzung der Analysten der LBBW gerät das Förderkartell Opec wegen des Preisrutsches massiv unter Druck, da es am vergangenen Wochenende noch von einem fairen Ölpreis von 75 Dollar je Fass gesprochen habe. Um den Preis zu stützen, müsste eine Förderkürzung deutlich stärker als zuletzt diskutiert ausfallen.

Auf Wochensicht besser behaupten konnte sich der Goldpreis, der lediglich um acht Prozent sank. Am Freitag verbilligte sich die Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls um 2,7 Prozent auf 744,90 Dollar.

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