Rezessionssorgen
Opec-Beschluss verpufft: Ölpreis fällt weiter

Die Rekord-Förderkürzung der Opec hat den Ölmarkt nur kurz beeindrucken können. Schnell legten die Ölpreise wieder den Rückwärtsgang ein. Inzwischen kostet das Fass WTI-Rohöl wieder weniger als 40 Dollar. Steigende Lagerbestände in den USA erhöhten den Druck auf die Preise.

HB DÜSSELDORF. Der Ölpreis ist trotz der von der Opec beschlossenen Produktionskürzung weiter gefallen. Der Preis für ein Barrel amerikanisches Leichtöl fiel am Donnerstag im Handel in Asien um 15 Cent auf 39,91 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit viereinhalb Jahren. Der Markt werde von den negativen weltweiten Konjunkturaussichten stärker beeindruckt als von der Opec-Entscheidung, erklärten Marktbeobachter.

Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) hatte am Mittwoch bei ihrem Treffen in Algerien beschlossen, die Produktion um 2,2 Mio. Barrel am Tag zu drosseln. Damit sind die Förderländer noch zehn Prozent über ihre ursprüngliche Ankündigungen hinausgegangen. Es handelt sich um den größten einzelnen Kürzungsschritt in der Opec-Geschichte.

Die Opec fördert rund 40 Prozent der weltweiten Ölproduktion. In der Vergangenheit hatten immer wieder einzelne Mitglieder aus Geldnot mehr Öl gefördert und verkauft als ihnen nach dem Opec-Schlüssel zusteht. Das Ölkartell hatte die Produktion in den letzten Monaten bereits zweimal gesenkt, konnte damit aber den Preisverfall nicht stoppen.

"Der Markt ignoriert den Schritt der Opec", sagte Händler Phil Flynn von Alaron Trading Corp in Chicago. "Die Opec fügt sich in das negative Sentiment am Markt. Jeder auf der Welt versucht, die Konjunktur zu retten. Aber die Opec versucht das Gegenteil", so Flynn weiter. Er sieht den Ölpreis bis auf 35 Dollar fallen.

Für Druck auf den Ölpreis sorgten am Mittwochabend die wöchentlichen Lagerbestände in den USA. Diese waren in der Woche zum 12. Dezember deutlicher gestiegen als erwartet. Im Vergleich zur Vorwoche nahmen die Rohöllagerbestände um 0,5 Mio Barrel auf 321,289 Mio Barrel zu. Analysten hatten lediglich einen Anstieg um 0,2 Mio Fass prognostiziert.

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