Riesige Vorkommen
Ölrausch in Dakota

Oben wogende Weizenfelder, unter der Erde das schwarze Gold: Im Norden der USA schlummern gigantische Mengen Öl unter der Erde. Farmer und Kleine Unternehmen wie Northern Oil profitieren schon jetzt vono dem Boom - und auch die Großen greifen jetzt zu.

PORTLAND. John Bartelson raucht Marlboro Lights, seine Finger sind schwarz von Traktor-Schmiere und er sieht aus wie ein typischer Weizenfarmer. Aber der Schein trügt: Der Landwirt ist auf bestem Wege, reich zu werden – durch Öl. Monatlich erhält er einen Scheck über zehntausende Dollar von EOG Resources, einem Unternehmen aus Houston, das vergangenes Jahr auf seinem Land zwei Ölquellen erschloss. Der 65-Jährige sagt, er werde sich noch lange an den Tag erinnern, an dem die erste Lizenzzahlung eintrudelte: „Ich grinste bis zu den Ohren und dann ging ich in die Stadt, ein Bier trinken.“

Der Geldsegen entspringt der Bakken-Formation, einer Rohöl-Lagerstätte unter den Hartweizen-Feldern Norddakotas und Montanas, die sich nach Norden bis in die kanadischen Provinzen Saskatchewan und Manitoba erstreckt. Geht man von den Daten des Geologischen Dienstes der USA aus, dann schlummern unter den Weizenfeldern der Region gigantische Mengen Öl. Leigh Price, ein inzwischen verstorbener Experte des Geological Survey, schätzte die Gesamt-Vorräte des Bakken auf 413 Mrd. Barrel (je 159 Liter). Dagegen nimmt sich das Ghawar-Feld in Saudi-Arabien, bisher das größte Fördergebiet der Welt, mit rund 55 Mrd. Barrel winzig aus.

Zudem lässt sich das Rohöl der Bakken-Formation mit geringem Aufwand raffinieren. Wenn man es in einem Einmachglas schwenkt, hinterlässt es an den Wänden einen dünnen, honigfarbenen Film. Es ist leicht, fast wie Benzin, und hat nur einen geringen Schwefelgehalt – süß, wie Ölleute sagen.

„Dieses Spiel ist nicht aufzuhalten“, sagt Mike Reger, Vorstandschef der Northern Oil & Gas Inc. Reger hat keine schwarzen Fingernägel. Er fährt einen Geländewagen Typ Cadillac Escalade und trägt Designerjeans und Gürtel mit untertassengroßer Schnalle. Sein Fünfpersonen-Unternehmen aus der Nähe von Minneapolis besitzt auch keine Bohrtürme. Es handelt mit Schürfrechten für Bodenschätze, die es bei Grundeigentümern wie Bartelson pachtet. Derzeit hält es die Lizenzen für rund 12 000 Hektar im Bakken Norddakotas.

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