Ripple Eine Kryptowährung als Wall-Street-Partner

Ripple ist der neue Star unter den digitalen Währungen. Das Start-up setzt anders als viele andere auf eine enge Kooperation mit den Finanzinstituten. Die rasante Kursrally stellt sogar den Bitcoin in den Schatten.
Update: 05.01.2018 - 08:27 Uhr 2 Kommentare
Kryptowährung: Ripple als Partner der Wall Street Quelle: Reuters
Ripple

Das Krypto-Start-up ist in der neuen und alten Finanzwelt bestens vernetzt.

(Foto: Reuters)

New YorkMit solchen Wachstumsraten kann selbst der Bitcoin nicht mithalten. Die Kryptowährung des kalifornischen Start-ups Ripple hat im vergangenen Jahr 36.000 Prozent zugelegt. Und die Rally geht weiter: Der Preis von XRP lag am Donnerstagnachmittag bei 3,80 Dollar – erst zu Weihnachten hatte die Währung die Ein-Dollar-Marke durchbrochen und ist nun die zweitgrößte Kryptowährung hinter Bitcoin.

XRP hebt sich deutlich vom Bitcoin und anderen Kryptowährungen ab. Während der Bitcoin als Reaktion auf die Finanzkrise 2008 geschaffen wurde und die Ambition hat, Banken eines Tages überflüssig zu machen, positioniert sich Ripple als Partner der Wall Street. Mehr als 100 Finanzinstitute sind laut Ripple bereits Kunden. Die Blockchain des kalifornischen Start-ups wird speziell für den internationalen Zahlungsverkehr genutzt und ist deutlich schneller und günstiger als der Bitcoin.

„Viele fragen sich, wofür digitale Währungen gut sind. Wir haben eine starke Antwort darauf“, sagt Ripples Produktchef Asheesh Birla im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die zunehmende Anzahl der Projekte und ein Update des Ripple-Systems sieht Birla als Gründe für den extremen Kursanstieg.

Im November hatten der Kreditkartenanbieter American Express und die spanische Bank Santander eine Kooperation vereinbart, um die Ripple-Blockchain zu nutzen. So können Geschäftskunden von American Express in den USA Geld via Ripple zu Santander-Konten in Großbritannien überweisen. Wenn das gut funktioniert, könnte sich Santander auch vorstellen, das System auf andere Länder in der Welt auszuweiten.

Banken in Japan und Südkorea testen ebenfalls die Blockchain des Unternehmens. Auch Unicredit, UBS und die deutsche Reisebank gehören zu den Kunden, genauso wie die schwedische SEB Bank, die Birla zufolge für einen Unternehmenskunden Gelder via Ripple aus Schweden in die USA schickt.

Bislang dauern internationale Überweisungen oft mehrere Tage und gehen über sogenannte Korrespondenzbanken. In einigen Ländern müssen Finanzinstitute die jeweilige Währung auf speziellen Konten vorrätig haben, um Transaktionen zu ermöglichen. Die Softwareprogramme des 2012 gegründeten Start-ups setzten auf der bestehenden Infrastruktur der Banken auf. Wenn zum Beispiel Dollar in Euro getauscht werden, wechselt Ripple den Dollar-Betrag für kurze Zeit in XRP und dann von XRP in Euro. Finanzinstitute müssen dafür die digitale Währung nicht unbedingt selbst halten. „Das wäre aber durchaus möglich. Mehrere Finanzinstitute interessieren sich dafür“, sagt Birla.

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2 Kommentare zu "Ripple: Eine Kryptowährung als Wall-Street-Partner"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ob ein Zusammenhang zwischen der rasanten Kursrally des XRP des Start-ups Ripple und dessen enger Kooperation mit den Finanzinstituten besteht, lässt sich natürlich nicht so ohne weiteres feststellen, aber zu denken geben sollte einem das schon.

    Vor allem, wenn man sich in Erinnerung ruft, dass Geld heutzutage nicht zuletzt auch ein Machtattribut ist.

    Womit ich jetzt gar nicht mal die Vorteile, die jedermann von einem schnellen, günstigen, vor allem aber nachvollziehbaren und sicheren(!) Zahlungsverkehrssystem hat negieren will.

  • M.E. sollte die EU den ECU neu auflegen, diesmal jedoch als alternative Kryptowährung. Mit seiner freien Bewegung gegen nationale Währungen wäre er dafür gut geeignet, und im Finanzwesen durch einen guten Namen noch verankert.

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