Risikoaversion
Goldpreis steigt auf Rekordhoch in Euro

Der Dollar steigt - und trotzdem zieht auch der Goldpreis an. Für diese ungewöhnliche Konstellation haben Experten eine Erklärung: das extreme Sicherheitsbedürfnis der Anleger. In Euro gerechnet ist der Preis für das gelbe Metall bereits auf ein Allzeithoch geklettert. Doch weitere Preissteigerungen sind wahrscheinlich.

DÜSSELDORF. Goldanleger im Euro-Raum haben allen Grund zur Freude: Der Preis des Edelmetalls ist erstmals in seiner Geschichte über 700 Euro je Feinunze (31,1 Gramm) gestiegen. Auch auf Dollar-Basis hat sich Gold mit Preisen von gut 900 Dollar wieder deutlich verteuert. Analysten rechnen mit weiteren Preissteigerungen.

Der Preisanstieg des Goldes ist umso bemerkenswerter, da gleichzeitig der US-Dollar zugelegt hat. Üblicherweise bewegt sich der Goldpreis in entgegen gesetzter Richtung zum Dollar. Mit einem schwächeren Greenback verteuert sich in der Regel das Edelmetall und umgekehrt.

Experten begründen die anhaltende Preiserholung bei Gold vor allem mit der starken Nachfrage der Investoren: "Der Goldpreis bewegt sich zurzeit unabhängig vom Wechselkurs", sagt Thorsten Proettel, Edelmetallexperte der Landesbank Baden Württemberg (LBBW). Weltweit sei die Investoren-Nachfrage ungebrochen stark. Seit Mitte Januar sei die "Stimmung pro Gold umgeschlagen". Zuletzt haben laut Proettel vor allem Amerikaner auf der Käuferseite gestanden.

Gesucht ist das Edelmetall einmal mehr als sicherer Hafen. "Das stark steigende Anlegerinteresse überlagert andere Daten", sagt Carsten Fritsch von der Commerzbank. "Wir sehen ein steigendes Sicherheitsbedürfnis bei den Anlegern."

Auch die börsennotierten Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF), die mit Gold gedeckt sind, verzeichnen massive Zuflüsse. Allein vergangene Woche summierten sich diese Zuflüsse auf ein Äquivalent von 40 Tonnen Gold. Der weltgrößte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, meldete laut Fritsch nur für vergangenen Freitag einen weiteren Anstieg seiner Goldbestände um 13,5 Tonnen auf den Rekordwert von 832,6 Tonnen.

"In Zeiten der Konjunkturkrise, fallender Aktienmärkte und zunehmender Risikoaversion wird auf physisches Gold als das sicherste Anlageinstrument zurückgegriffen", heißt es bei der Commerzbank. Bis Ende 2009 rechnen LBBW und Commerzbank mit einem Goldpreis von 1 000 Dollar. Etwas skeptischer sind die Experten von Morgan Stanley: Für dieses Jahr prognostizieren sie einen Durchschnittspreis von 900 Dollar. Bis 2012 werde Gold dann aber Preise von 1 075 Dollar erreichen.

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