Risikoscheu
Rohstoffe und Euro fallen massiv zurück

Nach dem deutlichen Anstieg der jüngsten Zeit geht es für den Ölpreis jetzt erst mal deutlich abwärts. Spekulationen, dass China seine Zinspolitik angesichts hoher Inflationsraten überdenken möchte, belasten die Märkte. Die Schuldenkrise in Europa belastet den Euro.
  • 0

HB FRANKFURT. Schlechte Nachrichten für Rohstoff-Anleger. Spekulationen auf eine Zinserhöhung in China und die Schuldenkrise in Europa haben am Freitag für teilweise drastische Kursverluste bei den Rohstoffen gesorgt. Angesichts der anziehenden Inflation gehe der Markt davon aus, dass China früher als bislang gedacht die Geldpolitik straffen müsse, sagte Volkswirt David Cohen von Action Economics Singapore.

In China mehren sich die Zeichen, dass die Konjunktur überhitzt. Die Industrie produzierte im Oktober 13,1 Prozent mehr. Außerdem beschleunigte sich der Anstieg der Verbraucherpreise im September auf 4,4 Prozent von 3,6 Prozent im Vormonat. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf vier Prozent gerechnet.

In Europa scheuen viele Anleger angesichts der finanziellen Schwierigkeiten von Staaten wie Irland oder Portugal das Risiko. An der Londoner Metallbörse LME verbilligte sich Kupfer am Freitag um bis zu drei Prozent auf 8575 Dollar je Tonne, nachdem es am Vortag mit 8966 Dollar ein Rekordhoch markiert hatte. Die in China gehandelten Terminkontrakte auf dieses vor allem in der Bau- und Elektroindustrie verwendeten Metalls brachen sogar um fünf Prozent ein. China ist der größte Kupfer-Verbraucher der Welt. Andere Industriemetalle wie Nickel, Zink oder Aluminium verbilligten sich zwischen drei und fünf Prozent.um und verstärkten damit den Verkaufsdruck auf die Rohstoffe. Die Aufwertung der US-Währung macht diese für Investoren außerhalb der USA teurer.

An der Londoner Metallbörse LME verbilligte sich Kupfer am Freitag um bis zu drei Prozent auf 8575 Dollar je Tonne, nachdem es am Vortag mit 8966 Dollar ein Rekordhoch markiert hatte. Die in China gehandelten Terminkontrakte auf dieses vor allem in der Bau- und Elektroindustrie verwendeten Metalls brachen sogar um fünf Prozent ein. China ist der größte Kupfer-Verbraucher der Welt. Andere Industriemetalle wie Nickel, Zink oder Aluminium verbilligten sich zwischen drei und fünf Prozent.

Die richtungweisende US-Rohölsorte WTI gab zeitweise 2,6 Prozent auf 85,53 Dollar je Barrel (159 Liter) nach. Das Nordsee-Öl Brent notierte 2,4 Prozent niedriger bei 86,65 Dollar. Rohstoff-Experte Ken Hasegawa zufolge sind die aktuellen Kursverluste vor allem eine Korrektur nach der Rally der vergangenen Wochen. Am Donnerstag war WTI auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 88,63 Dollar gestiegen. Charttechnische Verkaufssignale verstärkten die Abwärtsbewegung. Die Analysten der Commerzbank betonten, dass die Straffung der chinesischen Geldpolitik bislang keinen dämpfenden Effekt auf die Ölnachfrage in dem Land gehabt habe.

Bei den Edelmetallen rutschte Gold um 2,2 Prozent auf 1378 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) ab. Vor drei Tagen hatte es noch 1424,10 Dollar gekostet, so viel wie nie zuvor. Die Preise für Silber und Platin brachen zwischen 3,5 und fünf Prozent ein. Als Hauptgrund nannten Börsianer hier den Kursanstieg des Dollar. Angesichts der europäischen Schuldenkrise würden Investoren aber voraussichtlich bald wieder verstärkt in den „sicheren Anlagehafen“ Gold einlaufen, betonte Analyst Marc Elliot vom Research-Haus Fairfax.

Gewinnmitnahmen bestimmten auch die Entwicklung bei den Agrar-Rohstoffen. Der Preis für Rohzucker, am Donnerstag noch auf einem 30-Jahres-Hoch, brach um bis zu sieben Prozent ein. Sojabohnen und Sojaöl standen mit Kursverlusten von 3,5 beziehungsweise 4,5 Prozent ebenfalls unter starkem Verkaufsdruck. Weizen und Mais gaben in der Spitze jeweils rund drei Prozent nach.

Kommentare zu " Risikoscheu: Rohstoffe und Euro fallen massiv zurück"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%