Rohöl
Opec verändert Prognose bis 2030

Die Organisation Erdöl exportierender Staaten erwartet angesichts der hohen Rohölpreise langfristig eine leichte Angebotsverschiebung im Bereich der Primärenergie. Der Anteil des Rohöls werde schrumpfen, andere Energien wie Biotreibstoff dagegen zulegen. Ein steigender Bedarf wird vor allem in den Schwellenländern erwartet.

HB DÜSSELDORF. Beim Ölangebot wird für die Zeit von 2006 bis 2030 eine jährliche Wachstumsrate von 1,2 Prozent unterstellt. Insgesamt werde der Anteil des Öls an der Primärenergie aber von 37,3 Prozent bis 2030 auf 32,7 Prozent schrumpfen, prognostiziert die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) in ihrem Ausblick 2008. Mit zusätzlichem Energie-Angebot rechnet das Kartell nach 2012 von den Nicht-Opec-Mitgliedern. Dies soll auch aus der Erschließung von Ölsanden und Biosprit resultieren.

„Es gibt genug Öl, um den Bedarf der Welt in der absehbaren Zukunft zu decken“, betonte die Opec einmal mehr. „Es gibt keinen Grund dafür, dass die Ölpreise auf 200 Dollar je Barrel steigen“, sagte am Donnerstag der Generalsekretär Abdalla El-Badri in Wien. Optimistisch gibt sich das Kartell, das für 40 Prozent des Weltölangebots steht, auch für mehr Kapazitäten. In über 120 Upstream-Projekte würden bis 2012 etwa 160 Mrd. Dollar investiert.

Auf der Nachfrageseite rechnet die Opec bis 2030 mit einem Rückgang des Bedarfs um vier Mill. auf 113 Mill. Barrel Rohöl am Tag. Bei ihren Projektionen für die Nachfrage unterstellt die Opec eine Preisspanne von 70 bis 90 Dollar je Barrel (159 Liter). Einen höheren Bedarf erwartet das Kartell unter anderem in den Schwellenländern.

Die starke Nachfrage in Ländern wie China und Indien gilt als einer der Faktoren, die den Anstieg der Rohölpreise ausgelöst haben. Allein seit Anfang 2007 haben sich die Preise mehr als verdoppelt. Am Donnerstag notierte die US-Richtmarke WTI bei 136,50 Dollar je Barrel und Brentöl knapp unter 136 Dollar.

Auch die Internationale Energieagentur (IEA) blickt auf die Entwicklungsländer und hat ihre Verbrauchsprognose am Donnerstag leicht angehoben. „Der robuste kurzfristige Ölbedarf in den Schwellenländern hat zur einer Revision nach oben geführt“, heißt es in dem Monatsbericht der Pariser Agentur. Allein für die chinesische Ölnachfrage wird im laufenden Jahr ein Anstieg um 5,6 Prozent prognostiziert. In den Industrieländern hätten dagegen die hohen Preise zu einem Nachfrage-Rückgang geführt.

Die IEA erwartet nun, dass die Ölnachfrage in diesem und im nächsten Jahr weltweit um gut ein Prozent auf 86,9 bzw. 87,7 Mill. Barrel (159 Liter) am Tag wachsen wird. Im Vormonat war sie für 2008 noch von einem Verbrauch von 86,8 Mill. Barrel ausgegangen.

Die IEA, die von den Industrieländern nach dem ersten Ölpreisschock gegründet wurde, rechnet zudem damit, dass wegen der hohen Preise die Lager in den OECD-Ländern nur unterdurchschnittlich gewachsen sind. Vorläufige Daten für Juni zeigten einen Lageraufbau von täglich 100 000 Barrel auf 23,9 Mill. Barrel. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahren hätten sich Bestände im zweiten Quartal um 900 000 Barrel pro Tag erhöht.

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