Rohstoff der Woche
Streik treibt Kupferpreis

Am Montag erreichte der Kupferpreis an der London Metal Exchange kurzfristig die Marke von 8 000 Dollar je Tonne, bevor er wieder zurückfiel. Treibende Kraft war ein geplanter Streik in der weltgrößten Mine Escondida in Chile.

Die Mine wird von den Konzernen BHP Billiton und Rio Tinto gemeinsam betrieben und steuerte im vergangenen Jahr etwa 8,5 Prozent zur weltweiten Fördermenge des Rohstoffs bei. Die Arbeiter verlangen Lohnerhöhungen, um an den starken Preissteigerungen teilhaben zu können. Der Kupferpreis vervielfachte sich in den vergangenen Jahren und war im Mai auf ein Allzeithoch von rund 8 800 Dollar je Tonne gestiegen. Laut Analysten würden die Minenbetreiber lieber einen Bonus zahlen, statt über Lohnerhöhungen die Fixkosten zu erhöhen.

Es sei geplant, dass die 2.052 Streikenden noch am selben Tag über ein verbessertes Angebot der Unternehmensführung abstimmen, sagte Gewerkschaftssprecher Pedro Marin am Montag. Am Freitagnachmittag hatte der Kupferproduzent den Minenarbeitern eine Lohnerhöhung von 3% plus Boni für die Streikbeendigung sowie für steigende Kupferpreise angeboten. Hinzu kämen günstige Darlehen sowie weitere Verbesserungen, wie beispielsweise bei der Gesundheitsversorgung. Dies sei das letzte Angebot, das das Unternehmen mache.

Aufgrund der steigenden Kupferpreise hatte die Gewerkschaft eine Gehaltserhöhung von mindestens 13%, eine höhere Gefahrenzulage sowie einen Nettobonus über 16 Mio CLP gefordert. Zusammen mit den ebenfalls geforderten Preissteigerungsboni hätte die erwartete Lohnerhöhung insgesamt 20% betragen.

Escondida ist der größte privat geführte Kupferproduzent. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen 1,27 Mio metrische Tonnen Kupfer gefördert. An Escondida ist die australische BHP Billiton Group mit 57,5%, die Rio Tinto plc mit 30%, ein von der Mitsubishi Corp geführtes Konsortium mit 10% und die International Finance Corp mit 2,5% beteiligt.

Für Rio Tinto und BHP Billiton sei Escondida ein so großer Bestandteil ihres Kupfergeschäfts, dass ein Streik klar negative Auswirkungen für sie hätte, sagte Analyst Simon Toyne von Numis Securities Ltd. Toyne zufolge stammen rund 60% der BHP-Kupferproduktion und die Hälfte der Rio-Tinto-Kupferproduktion von Escondida.

Nach Ansicht des Analysten müsste der Kupferpreis um 100% oder mehr zulegen, um die Erträge nach Produktionsausfällen nicht sinken zu lassen. Der Numis- Analyst sieht die Gewerkschaften in einer starken Verhandlungsposition und verweist zur Begründung auf die große Bedeutung der Escondida-Gewinnbeiträge für die Ergebnisse der beiden größten Aktionäre. In der ersten Jahreshälfte 2005 habe Escondida 18% zum Rio-Tinto-Ertrag beigetragen und schätzungsweise mehr als 20% zum Ertrag der BHP Billiton.

Quellen: Bloomberg/Reuters/DowJones

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