Rohstoff-Markt
Ölpreis stoppt Sinkflug

Zwei Tage nach der größten Produktionskürzung in der Geschichte der OPEC ist der Rohölpreis gestiegen. Der am Ölmarkt verstärkt gehandelte Februar-Kontrakt auf WTI-Öl verteuerte sich um 48 Cent auf 42,25 Dollar je Barrel. Das sind drei Dollar mehr als noch am Vortag.

HB FRANKFURT. Der Kontrakt zur Auslieferung im Januar wurde dagegen zeitweise mit 35,62 Dollar so billig wie seit Juni 2004 nicht mehr gehandelt. Im Sommer war für US-Öl noch ein Rekordpreis von knapp 150 Dollar je Fass erzielt worden. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 76 Cent auf 44,12 Dollar je Fass. Händler sprachen von einer technischen Reaktion nach den jüngst deutlichen Preisrückgängen.

In Deutschland kostete ein Liter Benzin laut Aral 1,14 Euro pro Liter, Diesel kostete 1,08 Euro. Damit hat sich auch der Treibstoff wieder leicht von den Tiefständen nahe einem Euro entfernt.

Die Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) hatte am Mittwoch beschlossen, die Produktion zum 1. Januar um 2,2 Millionen Barrel am Tag zu drosseln. Es handelt sich um den größten einzelnen Kürzungsschritt in der OPEC-Geschichte. Die Öl-Länder wollen so den rasanten Preisverfalls als Folge der weltweiten Wirtschaftskrise stoppen.

"Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der Opec-Kürzungen umgesetzt wird und auch andere ölexportierende Länder wie zum Beispiel Mexiko, Russland oder Aserbaidschan einen Produktions- beziehungsweise Exportrückgang verzeichnen werden", schrieb Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Das Angebot dürfte dabei schneller als die Nachfrage fallen, was zu einem rapiden Abbau der Lagerbestände und einer Stabilisierung der Preise im ersten Quartal 2009 führen sollte.

Gold vergünstigte sich angesichts des anziehenden Dollars um zwei Prozent auf 836 Dollar je Feinunze. Für das kommende Jahr prognostiziert Analyst Frank Schallenberger von der LBBW dem Edelmetall "glänzende Perspektiven". "Niedrigere Inflationsraten und eine tendenziell sinkende Schmucknachfrage dürften den Preisaufschwung zwar etwas bremsen", schrieb er in einer Studie. "Eine stark rückläufige Minenproduktion sowie das weiterhin hohe Interesse nach physischem Gold von Seiten der Privatanleger und börsengehandelter Fonds werden das gelbe Metall auch in den kommenden Monaten knapp machen, so dass die Feinunze im Jahresverlauf wieder die Marke von tausend Dollar erreichen sollte."

Der Kupferpreis fiel angesichts der Konjunktursorgen auf den tiefsten Stand seit vier Jahren. Händler zahlten zeitweise 2 860 (Vortagesschluss: 2 895) Dollar je Tonne. "Bei den Basismetallen sprechen die im Vergleich zu den Marktpreisen deutlich höheren Grenzkosten der Produktion dafür, dass die Förderung in der näheren Zukunft ebenfalls signifikant zurückgefahren wird und auch hier zumindest eine Bodenbildung absehbar ist", schrieb Schallenberger.

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