Rohstoff-Preise: Kupfer leidet unter chinesischer Flaute

Rohstoff-Preise
Kupfer leidet unter chinesischer Flaute

Nicht nur, dass die Unternehmen bei schwacher Produktion selbst weniger Kupfer kaufen: Die schlechten Konjunkturdaten aus China drücken die Kupferpreise auch deshalb, weil Hintergrund-Akteure Bestände los werden wollen.
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FrankfurtEnttäuschende chinesische Konjunkturdaten haben den Preis für Kupfer am Donnerstag erneut gedrückt. An der Londoner Metallbörse LME verbilligte sich das Metall um 1,1 Prozent auf 6430,75 Dollar je Tonne und lag damit etwa 50 Dollar über seinem Dreieinhalb-Jahres-Tief, das es im Laufe des Vortags durchschritten hatte. „Eine Erholung der chinesischen Nachfrage, die den Kupferpreis wieder über 7000 Dollar treiben könnte, ist nicht in Sicht“, sagte Analystin Joyce Liu von Phillip Futures. Sie halte sogar einen Rückschlag auf bis zu 6050 Dollar für möglich. Neben den schnell wachsenden Lagerbeständen seien die Firmenpleiten in China ein schlechtes Omen. Ein Großteil der chinesischen Kupfer-Importe dient als Sicherheit für Kredite. Dieses Geld wird dann von sogenannten Schattenbanken an andere Unternehmen weiterverliehen. Nach einer Reihe von Firmenpleiten befürchten Börsianer nun, dass Gläubiger die als Sicherheiten hinterlegten Kupferbestände verkaufen, um an einen Teil ihres Geldes zu kommen. Als Schattenbanken gelten Versicherer oder Fonds, die bankähnliche Finanzgeschäfte anbieten, dabei aber nicht im selben Umfang staatlich kontrolliert werden wie reguläre Banken. Der chinesische Kupfer-Future gab am Donnerstag 0,5 Prozent auf 44.410 Yuan (7237 Dollar) je Tonne nach. Sein Kurs war am Mittwoch auf ein Viereinhalb-Jahres-Tief von 43.660 Yuan gefallen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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