Rohstoff-Überblick
Goldpreis unterbricht Rekordjagd

Kaum erholt sich der Dollar etwas von seinen Tiefständen, gehen auch die Preise am Rohstoffmarkt zurück. Gold fällt von seinem Allzeithoch zurück und auch die Notierungen von Kupfer und Öl geben nach. Analysten rechnen allerdings nur mit einer kurzen Pause im Aufwärtstrend.
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HB FRANKFURT. Der Goldpreis hat am Dienstag seine Rekordjagd vorerst nicht fortgesetzt. Die Feinunze verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 1129,85 Dollar. Händler sprachen von einer Konsolidierung nach den starken Gewinnen der vergangenen Tage. "Ich denke, es gibt aber immer noch Aufwärtspotenzial für das Gold", erklärte Walter de Wet, Analyst bei Standard Bank. Selbst auf diesem hohen Niveau gebe es noch Kaufinteresse, da viele Anleger Preisrückschläge zu Käufen nutzten. Solange die Zinsen niedrig blieben, sei Gold eine attraktive Anlage, fügte de Wet hinzu. Im New Yorker Handel hatte Gold am Vorabend einen Rekordstand von 1143,25 Dollar erreicht.

In Euro gerechnet verbilligte sich die Feinunze nur minimal um 0,2 Prozent auf 759,10 Euro. Der Kurse des Euros war am Vormittag unter die Marke von 1,49 Dollar gefallen. Der Goldpreis ist für viele Anleger derzeit eine Absicherung gegen die Inflation. Vor allem für Anleger aus dem Nicht-Dollar-Raum sind die Rohstoffpreise angesichts der Dollar-Schwäche günstig. Da der Dollar am Dienstag leicht aufholen konnte, hätten einige Anleger offenbar ihre Gewinne mitgenommen, sagte ein Händler. Die Preise für Silber, Platin und Palladium gaben gegenüber dem New Yorker Schlussniveau ebenfalls nach. Verglichen zum Montagnachmittag kosteten die Edelmetalle allerdings immer noch etwas mehr.

Neben der Dollar-Erholung drückten die steigenden Lagerbestände die Preise für die Industriemetalle etwas. Kupfer verbilligte sich um gut ein Prozent auf 6 785 Dollar je Tonne. "Die Märkte sehen sehr stark aus, und wir werden weitere Gewinne sehen, aber es kann nicht immer nur in eine Richtung gehen", erklärte William Adams, Analyst bei Basemetals.com. "Irgendwann muss es auch mal eine Korrektur geben."

Vor der Veröffentlichung der wöchentlichen Statistik der US-Lagerbestände gab auch der Ölpreis leicht nach. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich bis zum Mittag um 0,6 Prozent auf 78,45 Dollar je Fass, Brent kostete mit 78,41 Dollar 0,4 Prozent weniger. Am späten Abend wird in den USA der Branchenverband American Petroleum Institute (API) nach Einschätzung von Analysten voraussichtlich einen Anstieg der Rohölbestände veröffentlichen.

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