Rohstoff-Überblick
Ölpreis fällt zurück, Gold bleibt gefragt

Trotz einer positiven Preisprognose von Bank of America-Merrill Lynch ist der Ölpreis weiter zurückgefallen. Am Markt sorgen sich die Teilnehmer weiter vor einer Nachfrageschwäche. Kaum Ermüdungserscheinungen zeigt dagegen der Goldpreis. Und auch Kupfer verteuert sich ungeachtet steigender Lagerbestände.
  • 0

FRANKFURT. Ein schwächerer Dollar hat am Freitag die Kurse für Edelmetalle und Rohöl zunächst gestützt. Eine Abwertung der Währung macht diese Rohstoffe für Investoren außerhalb der USA günstiger. Im Tagesverlauf erholte sich die US-Währung aber wieder. Prompt gaben auch die Rohstoffe leicht nach.

Vor allem der Ölpreis fiel stärker zurück. Hier belastete außer der Währungsentwicklung erneut die anhaltende Sorge über eine schwächere Nachfrage. "Die Nachricht von den überraschend stark gestiegenen US-Öllagerbeständen von Donnerstag wirken nach", sagte LBBW-Analyst Frank Schallenberger. Der Preis für ein Fass WTI fiel um mehr als ein Prozent auf 76,08 Dollar, nachdem der schwächere Dollar vorher zeitweise zu Aufschlägen von rund einem Prozent auf 77,67 Dollar geführt hatte. Brent verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 75,48 Dollar.

Nach Meinung der Analysten von Bank of America-Merrill Lynch sind die Sorgen der Investoren allerdings unbegründet. Die Analysten hoben am Freitag ihr Preisziel für ein Fass US-Öl WTI für 2010 auf 85 von 75 Dollar an. Die Experten begründeten dies mit einer stärker als erwartet ausfallenden Erholung der Weltwirtschaft und erwarten daher eine stärkere Ölnachfrage. Auch für Brent hob die US-Bank ihre Prognose auf 85 von 75 Dollar an.

Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold kostete gut 1105 Dollar, das Tageshoch lag bei 1110 Dollar. Damit hielt sich das Edelmetall in Reichweite seines am Vortag markierten Rekordhochs von 1122,85 Dollar. "Sobald der Goldpreis unter 1100 Dollar fällt, werden wir sicher Käufe von Schnäppchenjägern sehen", sagte Analyst Kazuhiko Saito vom Rohstoffbroker Fujitomi. Schließlich gebe es immer noch jede Menge Kapital, das auf der Suche nach Investmentmöglichkeiten in den Rohstoffmarkt fließe.

Bei den Industriemetallen verteuerte sich Kupfer trotz eines erneuten Anstiegs der LME-Lagerbestände auf 6525 Dollar je Tonne. Fundamentale Faktoren spielten derzeit nur eine untergeordnete Rolle, betonte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Entscheidend sei der Konjunkturoptimismus der Anleger. Sein Kollege Robin Bhar von der Investmentbank Calyon sagte: "Die aktuelle Nachfrageschwäche beunruhigt den Markt nicht allzu sehr, da alle die Daumen für eine Erholung im kommenden Jahr drücken."

Der Preis für Wismut rutschte dagegen im Vergleich zum Freitag der Vorwoche um sechs Prozent auf acht Dollar je Pfund ab. Börsianer begründeten dies mit einer schwachen Nachfrage nach dem Metall, das unter anderem als Farbpigment in wetterfesten Lacken und Kunststoffen genutzt wird. Bis zum Jahresende müsse mit einem weiteren Verfall gerechnet werden, betonte Wang Wei von der China Nonferrous Metals Industry Association.

Kommentare zu " Rohstoff-Überblick: Ölpreis fällt zurück, Gold bleibt gefragt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%