Rohstoff unter der Lupe
Holzpreis: Es ist dunkel im Wald

Die Gewinnwarnungen der vergangenen Wochen ließen schon Böses ahnen: Stora Enso und UPM Kymmene sind nur zwei der ganz großen Forst- und Papierkonzerne, die den weltweiten Abschwung zu spüren bekommen haben. Der vor kurzem noch boomende Holzmarkt liegt brach.

STOCKHOLM. Alle nordeuropäischen, aber auch amerikanische, kanadische und russische Papier- und Holzriesen haben mit Produktionsstopps auf die deutlich gesunkene Nachfrage reagiert.

Die Flaute in den Auftragsbüchern betrifft nicht nur die Forstkonzerne und deren Papiersparten, sondern auch die Sägewerke und die Zellstoffhersteller. Erstmals seit langer Zeit verläuft die Entwicklung der einzelnen Produkte aus dem Rohstoff Holz in etwa parallel: Die Preise für die wichtigsten Papierqualitäten sind in den vergangenen Monaten gesunken, allein der Preis für bestrichenes Magazin-Papier blieb einigermaßen stabil. Auch Hygienepapiere trotzen dem wirtschaftlichen Abschwung. Diese Papiersorten werden zu allen Zeiten benötigt.

Alle anderen Produkte aus Holz sind dagegen auf Talfahrt. Durch die gesunkene Nachfrage nach Papier mussten große Zellstoffhersteller ihre Produktion drosseln. Der schwedische Konzern Södra, weltweit der drittgrößte Hersteller von Zellstoff, startete erst vor kurzem wieder zwei seiner insgesamt fünf Produktionsanlagen. Zuvor hatte der Konzern wie auch die meisten Konkurrenten die Zellstoff-Herstellung nahezu vollständig eingestellt und die Kunden aus den immens angewachsenen Lagerbeständen beliefert. Dass jetzt zwei Werke wieder anfahren, sieht Södra-Chef Leif Brodén allerdings nicht als Entwarnung. "Eine Verbesserung der konjunkturellen Lage ist leider nicht in Sicht. Aber unsere Lagerbestände sind gesunken, deshalb fahren wir die Produktion wieder an." Der Preis für Zellstoff lag noch im vergangenen Sommer bei rund 900 Dollar pro Tonne. Zuletzt bekam man die Tonne für weniger als 600 Dollar. Einen Teil des Preisverfalls konnten zumindest die schwedischen Hersteller durch einen gegenüber der Krone deutlichstärkeren Dollar ausgleichen.

Auch beim Schnittholz, das meist in Euro gehandelt wird, profitierten die schwedischen und norwegischen Forstkonzerne von den gegenüber dem Euro schwachen Landeswährungen. Gegenüber finnischen und deutschen Konkurrenten haben die Schweden und Norweger einen Preisvorteil von rund 15 Prozent.

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