Rohstoffbörse
Knappes Angebot treibt Kakaopreis

Der Kakaopreis explodiert. An der Londoner Rohstoffbörse kostet eine Tonne Kakao über 2 050 Pfund. Analysten sind alarmiert. Neuste Meldungen von der Elfenbeinküste treiben den Preis.

DÜSSELDORF/KAPSTADT. Kakao ist so teuer wie zuletzt vor rund 20 Jahren. An der Londoner Rohstoffbörse Liffe kostet eine Tonne Kakao über 2 050 Pfund. Der Preis wird vor allem durch Spekulationen getrieben, dass die Produktion an der Elfenbeinküste (Côte d?Ivoire) geringer ausfallen wird. "Der Kakaopreis bleibt aufgrund der Angebotssorgen gut unterstützt", kommentiert die Commerzbank die Entwicklung.

Die Elfenbeinküste ist mit Abstand der wichtigste Produzent weltweit; auf das westafrikanische Land entfallen rund 40 Prozent der globalen Produktion an Kakao. Und tatsächlich könnte der Ertrag im kommenden Erntejahr geringer ausfallen, da die Kakaobranche des Landes aufgrund ausbleibender Investitionen mit erheblichen Problemen kämpft. Die Folge: Die schlecht bezahlten Kakaobauern wandern ab und pflanzen keine neuen Bäume. Die alten Pflanzungen aber tragen immer weniger Früchte und werden anfälliger für Krankheiten.

Einem Vertreter der ivorischen Kakaoindustrie zufolge könnte die Kakaoproduktion aufgrund von Krankheiten (Braunfäule) und alternder Kakaobäume im kommenden Erntejahr unter eine Mio. Tonnen fallen, von 1,2 Mio. Tonnen in diesem Jahr, schreibt die Commerzbank: "Kommentare der Internationalen Kakaoorganisation (ICCO), wonach die weltweite Kakaoproduktion im nächsten Erntejahr um fünf Prozent steigen soll, dürften sich daher als zu optimistisch erweisen." Am Kakaomarkt drohe damit erneut ein Defizit.

Nach der jüngsten Prognose der Internationalen Kakaoorganisation (ICCO) könnte die Produktion im Erntejahr 2008/09 um 73 000 Tonnen hinter der Nachfrage zurückbleiben. Die Organisation prognostiziert nun weltweit eine Erzeugung von 3,45 Mio. Tonnen, das sind rund sieben Prozent weniger als die 3,72 Mio. Tonnen im Jahr 2007/08. Dieses Angebotsdefizit könnte sich noch erhöhen, sollte die Nachfrage konjunkturbedingt anziehen, wie es etwa Barclays Capital erwartet.

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