Rohstoffbörse
Verkehrte Welt beim Aluminiumpreis

Volle Lager bedeuten in der Regel fallende Preise. Nicht so bei Aluminium. Der Handel mit dem Leichtmetall droht aus den Fugen zu geraten. Doch eingeleitete Reformen sind bisher nach hinten losgegangen.
  • 0

New York/FrankfurtBörsen sollen den Handel mit Waren und Wertpapieren vereinfachen und damit den Markt am Laufen halten. Im Falle von Aluminium funktioniert das zur Zeit aber nicht. Im Gegenteil: Trotz prall gefüllter Lagerhäuser und fallender Börsenkurse ist das Leichtmetall kurzfristig kaum zu bekommen. Kunden warten teilweise bis zu einem Jahr, um gekauftes Aluminium in Empfang nehmen zu können. Und dann müssen sie auch noch hohe Preisaufschläge zahlen.

Ein Grund dafür ist, dass Finanzinvestoren stark im Markt mitmischen und einen nennenswerten Anteil der Aluminium-Bestände fest im Griff haben. Zudem haben die Betreiber der Lagerhäuser kein Interesse an leeren Regalen, für die sie keine Miete kassieren können, und verzögern die Auslieferungen von Aluminium nach Möglichkeit.

Die von der Londoner Metallbörse LME angestoßenen Reformen, die den Markt eigentlich wieder zum Funktionieren bringen sollen, verschlimmern die Situation sogar. Im Mittelwesten der USA mussten Aluminium-Abnehmer wie Autobauer oder Getränkedosen-Hersteller in der vergangenen Woche Aufschläge von 17,5 US-Cent je Pfund auf den Börsenpreis zahlen. Das bedeutet, dass ein Käufer für eine Tonne Aluminium, die an der LME aktuell etwa 1755 Dollar kostet, noch einmal knapp 400 Dollar oder mehr als 20 Prozent drauflegen muss. Bei kleineren Bestellungen sind die Aufschläge noch höher.

Zum Vergleich: Üblicherweise liegt der Verkaufspreis etwa zehn Prozent über dem Börsenkurs. Letzterer ist seit Anfang 2013 um gut 15 Prozent gefallen. In China ist eine Tonne des Leichtmetalls aktuell mit 13.710 Yuan (2268 Dollar) sogar so billig wie zuletzt im Dezember 2008.

Kommentare zu " Rohstoffbörse: Verkehrte Welt beim Aluminiumpreis"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%