Rohstoffderivate
USA gehen gegen Ölpreisspekulanten vor

In den USA zeichnen sich strengere Regeln für den Handel mit Rohstoffderivaten ab. Die zuständige Aufsichtsbehörde CFTC kündigte an, Vorkehrungen zu treffen, die eine von Spekulanten getriebene Blase beispielsweise am Ölmarkt in Zukunft verhindern sollen.

NEW YORK. Die zuständige Aufsichtsbehörde CFTC betonte, aggressiv alle bestehenden Möglichkeiten zu nutzen, um die Integrität des Marktes sicherzustellen. Bereits bestehende Auflagen sollen verschärft werden. Dazu soll es im Juli und August zunächst Anhörungen geben.

Entzündet hatte sich die Debatte um Spekulanten am Rohstoffmarkt am Anstieg des Ölpreises im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert von 147,21 Dollar je Fass. Während die CFTC damals in zwei Untersuchungen die Meinung vertrat, man könne Finanzinvestoren am Ölmarkt dafür nicht verantwortlich machen, steht sie seit dem Amtsantritt der neuen Regierung Anfang dieses Jahres offenbar unter Druck. Abgeordnete der Partei von Präsident Barack Obama hatten zuletzt massiv auf das Einschreiten der CFTC gedrängt. Sie verwiesen darauf, dass der Ölpreis trotz weltweit fallender Nachfrage in diesem Jahr wieder um mehr als 40 Prozent gestiegen sei.

Unterstützung hatten sie von Milliardär und Investorenlegende George Soros erhalten. Dieser sagte bei einer Senatsanhörung, der Ölpreisanstieg 2008 sei teilweise durch sogenannte Indexfonds hervorgerufen worden. Diese Finanzprodukte erlauben es Privatleuten wie Profiinvestoren in Öl zu investieren, ohne das schwarze Gold tatsächlich zu kaufen. Da die Banken, die diese Fonds anbieten, sich am Markt mit dem Erwerb von Ölankaufsrechten in der Zukunft absichern, führt dies zu hoher, im Grunde künstlicher Nachfrage. Da weltweit die Überzeugung vorherrscht, dass Öl langfristig knapper und damit teurer wird, sind diese Finanzprodukte sehr populär und werden von Banken und Fondsgesellschaften erfolgreich vermarktet.

Die Branche versucht sich gegen zu heftige Regulierung bereits im Vorfeld der Anhörungen zu wehren. „Notfallaufsicht über Lieferkontrakte waren immer eine sinnvolle Sache“, sagte Michael Cosgrove, Leiter des Energiehandels beim New Yorker Broker GFI der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Aber Aufsicht über Kontrakte die Angebot und Nachfrage nicht beeinflussen ist eine Verschwendung von Steuergeldern.“ Diese Derivaten beeinflussten Angebot und Nachfrage genauso wenig wie eine Pferdewette ein Galopprennen, fügte er hinzu.

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