Rohstoffe
Agrarpreise steigen, Öl wird billiger

Die Preise für Agrarrohstoffe ziehen wieder an. In Erwartung neuer Fed-Konjunkturstützen steigen auch die Metallpreise. Etwas nachgegeben hat dagegen der Ölpreis
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HB FRANKFURT. In Erwartung einer vergleichsweise geringen Maisernte haben Anleger am Montag bei dem Agrarrohstoff zugegriffen. Der Preis für ein Scheffel Mais stieg in der Spitze um 45 Cents auf 5,73 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Ende September 2008. Der Markt reagiere auf das deutlich knappere Maisangebot im weltgrößten Exportland USA, schrieben die Analysten der Commerzbank dazu.

Das US-Landwirtschaftsministerium hatte seine Prognose für die Maisernte am Freitag wegen einer Trockenperiode im Sommer nach unten revidiert. Auch die weltweite Getreideernte wird in diesem Jahr wohl niedriger ausfallen als ursprünglich erwartet.

Weizen verteuerte sich nochmals um 0,8 Prozent auf 7,29 Dollar, nachdem der Preis für ein Scheffel am Freitag bereits über neun Prozent in die Höhe geschossen war. In Paris lag der europäische Weizenpreis 1,5 Prozent höher.

Am Markt für Industriemetalle gab die Aussicht auf eine neue Konjunkturstütze durch die US-Notenbank Fed den Takt vor.

Kupfer verteuerte sich in der Spitze um fast 80 Dollar auf 8388 Dollar je Tonne und lag damit auf dem höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Der Preis für Zink legte um 1,3 Prozent auf 2319,50 Dollar zu. Der Dollar bleibe schwach, die US-Arbeitsmarktdaten hätten enttäuscht - da werde eine Runde in der lockeren Geldpolitik der Fed immer wahrscheinlicher, sagte Credit-Agricole-Analyst Robin Bahr.

Der Dollar schwächelte am Montag erneut, nachdem sich die Finanzminister und Notenbankchefs am Wochenende auf der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank nicht auf Maßnahmen gegen die Verwerfungen am Devisenmarkt hatten einigen können. Der Dollar sank zur japanischen Währung zeitweise auf ein 15-Jahres-Tief von 81,37 Yen. Gegenüber einem Korb sechs wichtiger Währungen fiel der Greenback um 0,2 Prozent. Profiteur war erneut Gold. Das als sicherer Hafen gefragte Edelmetall verteuerte sich je Feinunze um 0,4 Prozent auf 1348,75 Dollar. Die Angst vor einem globalen Abwertungswettlauf dürfte dem Goldpreis langfristig auch weiter Unterstützung geben, schrieben die Commerzbank-Analysten.

Etwas nachgegeben hat dagegen der Ölpreis: Das Fass US-Öl der Sorte WTI verbilligte sich um 23 Cent auf 82,43 Dollar. Die Nordseesorte Brent kostete 83,62 Dollar und damit 42 Cent weniger als im späten Vorwochengeschäft. Händlern zufolge nahmen einige Finanzinvestoren Gewinne mit. Allerdings sei keine allzu große Korrektur absehbar, da die meisten Investoren auf neue Konjunkturstützen in den USA hoffen und damit einhergehend auf eine stetige Nachfrage.

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