Rohstoffe
An den Rohstoffmärkten regiert das Prinzip Hoffnung

Manchmal sind es nur kleine Veränderungen, die Anlass zur Hoffnung geben. Und Hoffnung ist der wesentliche Faktor, der zuletzt die Preise vieler Rohstoffe gestützt hat. So reichte bereits der zwischenzeitliche minimale Rückgang der Kupfer-Lagerbestände, um die Preise des Industriemetalls nach oben zu treiben.

DÜSSELDORF. Kupfer weist daher in den Rohstoffindizes neben Blei, Silber und Zucker die höchsten Gewinne seit Jahresbeginn auf. Was steckt dahinter? Marktkreisen zufolge hat China die niedrigen Preise genutzt und seine strategischen Reserven aufstockt. Der weltweit größte Kupferhersteller Codelco hat daher bereits vor zu großen Erwartungen gewarnt, da die Nachfrage außerhalb Chinas immer noch schwach sei.

Doch an den internationalen Rohstoffmärkten wachsen die Hoffnungen, dass das Schlimmste überstanden ist und die Grundstoffe nach ihrem Absturz einen Boden gefunden haben. Mit der konjunkturellen Schwäche waren Mitte vergangenen Jahres die Rohstoffnachfrage und damit auch die Preise eingebrochen. Zuvor hatte vor allem der starke Bedarf aufstrebender Länder wie China oder Indien die Preise immer höher getrieben.

"Es besteht nun eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein tragfähiger Boden gefunden ist", sagt Frank Schallenberger, Rohstoffexperte von der Landesbank Baden-Württemberg. Er räumt Chancen für weitere Preissteigerungen ein, blickt aber dabei weniger auf die Nachfrageseite als auf die Produktionsseite: "Das Angebot wurde deutlich heruntergefahren."

Dies gilt nicht nur für Kupfer, sondern auch für viele andere Rohstoffe wie die Industriemetalle insgesamt oder Rohöl. Zwar hat die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) ihre Förderung zuletzt unverändert gelassen, doch hatte das Kartell sein Angebot seit September stark gekürzt. Viele Experten setzen daher auch am Rohölmarkt auf fallende Bestände. Die Commerzbank etwa führt den kräftigen Preisanstieg bei Rohöl - ein Barrel (159 Liter) kostet wieder mehr als 51 Dollar - vor allem "auf eine Stimmungsaufhellung an den Finanzmärkten" zurück und auf die Hoffnungen, dass sich die schwache Ölnachfrage unter anderem dank der weitreichenden Stimulierungsmaßnahmen der amerikanischen Notenbank schnell wiederbelebt. rp

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