Rohstoffe
Analyst: Ölpreisblase wird bald platzen

Der heftige Ölpreisanstieg der vergangenen Monate ist nach Einschätzung der Commerzbank übertrieben und eine Korrektur im Jahresverlauf wahrscheinlich. Allerdings kann sich Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg noch einen Anstieg bis auf 150 bis 170 Dollar je Fass vorstellen.

rtr FRANKFURT. "Ich glaube, dass wir jetzt eine Übertreibung am Ölmarkt sehen, die Spitze kann womöglich in drei Monaten erreicht sein", sagte Weinberg am Mittwoch in Frankfurt. Dann werde der Preis auch relativ schnell sinken, für das nächste Jahr seien Preise unter 100 Dollar realistisch.

"Als Auslöser für die derzeitige extreme Blasenbildung sehen wir vor allem eine schlechte Entwicklung der anderen Anlageklassen, wie zum Beispiel Aktien, Bonds oder Immobilien", sagte Weinberg. Dies treibe Investoren in Öl-Anlagen. Der schwache Dollar verstärke den Preisauftrieb, da die Produzenten höhere Preise verlangen, um höhere Kosten und Währungsverluste zu kompensieren. Derzeit sei es beliebt, sich mit Öl-Investments gegen eine Dollar-Abwertung abzusichern, das treibe den Ölpreis zusätzlich.

Ein wichtiges Signal für eine bevorstehende Korrektur seien die zuletzt heftigen Preisschwankungen von teilweise mehr als zehn Dollar pro Tag. Das deute üblicherweise darauf hin, dass der Höhepunkt kurz bevorstehe. Die US-Konjunkturabkühlung werde absehbar zu einer rückläufigen Nachfrage im Land mit dem weltweit höchsten Ölverbrauch führen und damit auch zu einer Entspannung beim Preis.

"Preise um die 40 oder 50 Dollar werden wir aber nicht wieder sehen", so Weinberg. Die ständig steigende Nachfrage aus Schwellenländern wie China und Indien sowie zunehmende Engagements strategischer Investoren hielten den langfristigen Aufwärtstrend beim Ölpreis intakt. Auch die Förderung selbst werde teurer.

Seit Jahresbeginn hat sich der Rohstoff um mehr als 40 Prozent verteuert. Ende vergangener Woche wurden für ein Fass der US-Sorte WTI mehr als 139 Dollar gezahlt und damit so viel wie nie zuvor. Vor einem Jahr kostete Öl halb so viel.

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