Rohstoffe
Analysten sehen noch Potenzial bei Metallen

Der Preisgipfel bei den Basismetallen ist nach Ansicht von Analysten noch nicht erreicht, wenngleich Irritationen wegen der Wirtschaftsentwicklung in den USA und China auf nahe Sicht zu weiteren Preiskorrekturen führen dürften.

HB SCHANGHAI. Der immense Appetit auf Metalle in China und die dortigen Investitionen in die Infrastruktur werden den Analysten zufolge nicht nur die schwächere Nachfrage in den USA wettmachen, sondern sogar die Preise auf neue Allzeithochs treiben. Das gelte insbesondere dann, wenn sich zum Jahresende eine weiche Konjunkturlandung beider Volkswirtschaften bewahrheiten sollte.

Die Besorgnisse wegen der wirtschaftlichen Aussichten dürften sehr rasch zu weiteren Preisrückgängen führen, meint Jeremy Goldwyn von Sucden (UK) Ltd. Er unterstreicht jedoch seine Einschätzung, dass es sich nur um eine Korrektur handele. In vieler Hinsicht stelle das eine Kaufgelegenheit dar, der Gipfelpunkt der Basismetallpreise sei noch nicht erreicht. Gegenüber den Höchstständen vom Mai liege der Markt jetzt etwa 20 Prozent niedriger. Damals hatte Kupfer bei 8 800 US-Dollar/t notiert, in der späten Kerb vom Dienstag waren es 7 495 US-Dollar/t. Zwar wachse die US-Wirtschaft langsamer, meinte Goldwyn, aber sie wachse noch, so dass die Folgen für den Markt nur leicht negativ seien. China hingegen nehme weiterhin Metalle auf.

Dong Tao von Credit Suisse (Hong Kong) Ltd teilt diese Ansicht. Er rechnet sowohl in den USA als auch in China zum Jahresende mit einer weichen Landung. Nachdem in den USA bei den Zinserhöhungen eine Pause eingelegt worden sei, dürften die konjunkturdämpfenden Maßnahmen Chinas ebenfalls zum Ende des Jahres gelockert werden, sagt Tao. Auf der anderen Seite werde China in den kommenden fünf Jahren 2 Bill. US-Dollar in Infrastruktur wie etwa Eisenbahn und Untergrundbahn investieren. Selbst Aluminium, wo gegenwärtig noch Überversorgung herrsche, könnte einen Umschwung erfahren, wenn sich die Nachfrage aus dem chinesischen Energieübertragungssektor plötzlich ausweite.

Chinas Wirtschaft werde nicht durch eine Konsumwelle getrieben, wie das in Europa und den USA der Fall sei, sondern werde zentral gelenkt und deshalb ihr Wachstum fortsetzen. Der Prozess des Lagerabbaus, wie er während der vergangenen drei Monate zu verfolgen war, könne deshalb nicht immer weiter gehen, meint Goldwyn.

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