Rohstoffe
Anleger reißen sich um Edelmetalle

Der Goldpreis bricht alle Rekorde. Und auch Silber und Platin sind bei Investoren wieder gefragt. Analysten sprechen bereits von einer Konsolidierung auf hohem Niveau. Doch über die weiteren Perspektiven gehen die Meinungen auseinander. Die wichtigsten Positionen und Eckdaten im Überblick.

FRANKFURT. Mit neuem Elan haben die Edelmetalle ihre Konsolidierungsphase hinter sich gelassen. Der Goldpreis erreichte heute ein neuerliches Allzeithoch bei 1 058,20 Dollar je Unze (31,1 Gramm). Silber und Platin, die im Gegensatz zum Anlagemedium Gold eher als Industrierohstoffe gefragt sind, streben ebenfalls nach oben. Sie sind allerdings noch deutlich von ihren historischen Höchstständen entfernt.

Die Meinungen über die weiteren Preisperspektiven sind geteilt. Insgesamt herrscht jedoch moderater Optimismus. "Die Terminmärkte zeigen eindeutig, dass der Anteil der Finanzinvestoren wieder deutlich zugenommen hat. Kurzfristig könnte es daher zu einer Konsolidierung auf hohem Niveau kommen", sagt Markus Zipperer, Investmenstratege der Credit Suisse. Der Preis ist in nur vier Handelstagen um 60 Dollar gestiegen. "Auf mittlere Sicht erwarten wir einen Anstieg Richtung 1 100 bis 1 200 Dollar je Unze", sagt der Credit-Suisse-Mann.

Skeptiker argumentieren, mit den Anzeichen für eine Stabilisierung der Weltwirtschaft und einem möglichen Ende der akuten Finanzkrise verliere das Gold seinen Status als "sicherer Hafen". Aber auch ein positives Konjunkturszenario wird als Kaufargument gehandelt. "Sicherheitsanlagen machen Sinn, denn Geldschöpfung führt am Ende doch zu höherer Inflation", sagt beispielsweise Robert Hartmann, Leiter des Edelmetall-Handelshauses Pro Aurum in München. Er spielt damit auf die stark gestiegenen Staatsdefizite in den Industrieländern an.

Experten erkennen eine ganze Reihe treibender Kräfte für die Edelmetalle und insbesondere Gold. "Neben der Geldmengenausweitung sind das der schwache Dollar und die niedrigen Zinsen, die Anlagen jenseits von Anleihen attraktiver erscheinen lassen", analysiert Markus Bachmann, Mitgründer von Craton Capital in Südafrika.

Während eine Reihe von institutionellen Investoren und Hedge-Fonds sich stärker bei Edelmetallen engagiert haben, ist das Interesse bei den Privatanlegern eher mäßig gestiegen. "Die Preissteigerungen beleben zwar das Geschäft mit Barren und Münzen, sowohl bei Gold als auch bei Silber, aber wir sind noch etwa ein Drittel unter unserem Umsatzniveau im Frühjahr", sagt Hartmann.

Eine Geschäftsbelebung spüren auch die Anbieter von Wertpapieren, deren Wertentwicklung an die Edelmetallpreise gekoppelt ist. "Die Tausend war eine magische Marke beim Gold, jetzt hat das Interesse an Gold-Zertifikaten zugenommen", bestätigt Jürgen Koch, Zertifikateexperte beim Emittenten RBS.

Populärer werden auch Wertpapiere, die den physischen Besitz verbriefen. Dazu zählen die auf Gold, Silber, Platin und Palladium bezogenen Produkte von ETF Securities. Der große Anbieter berichtet über einen Nachfrageanstieg von 40 Prozent seit dem Jahresstart. "Der Trend hat sich vor kurzem beschleunigt; das verdeutlicht die wachsende Sorge um die Nachhaltigkeit der US-Politik", urteilt Nicholas Brooks, Analyseleiter bei ETF Securities.

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