Rohstoffe
Anleger setzen auf Zink

Der Preisverfall an den Rohstoffmärkten sorgt für einen Ausverkauf. Nicht alle Industriemetalle haben aber mit einem Wertverlust zu kämpfen. Trotz der Rohstoff-Flut ist Zink gefragt wie nie.
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Versteckt in den Kalkstein-Hochebenen im Norden von Australien bereiten sich die Besitzer einer riesigen Zink-Mine in diesen Tagen darauf vor, das Gebiet wieder in Weideland umzuwandeln. Für das Bergbau-Unternehmen MMG ist das ein Problem, weil sich die Suche nach einem Ersatz für die erschöpfte Mine als schwer erwiesen hat. Diese steht hinter rund vier Prozent des weltweiten Zink-Angebots.

Für Rohstoff-Investoren, die sich in den vergangenen Monaten an ein Überangebot und an einen Ausverkauf von Kupfer bis hin zu Weizen gewöhnt haben, ist die Entwicklung bei Zink ein wahrer Segen. Anders als viele andere Rohstoffe konnte sich Zink nach einem rund acht Monate währenden Preisverfall in den vergangenen drei Wochen um acht Prozent erholen.

Das Schicksal der MMG-Mine verdeutlicht einen sich verschärfenden Trend auf dem Zink-Markt. Von Afrika bis Irland sind Minen, die das Metall über Jahrzehnte lang produziert haben, ausgebeutet. Morgan Stanley prognostiziert, dass bis zum Jahr 2017 mehr als 1,2 Millionen Tonnen des jährlichen Minen-Angebots aus der Produktion herausfallen. Das ist mehr als das, was die USA in einem Jahr nutzen.

„Es dreht sich alles um das Angebot“, sagt Clive Burstow, Investment-Manager bei Baring Asset Management in London. „Es ist einfach so, dass große Minen dieses Jahr herausfallen und das es keinen großen Ersatz gibt. Vor diesem Hintergrund bewegen wir uns verständlicherweise in einem Defizit-Markt hinein.“

Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Händler und Analysten gehen im Durchschnitt davon aus, dass der Preis bis Jahresende auf bis zu 2397 Dollar ansteigen wird. Goldman Sachs sieht 2500 Dollar in zwölf Monaten, und BNP Paribas erwartet für 2016 einen Durchschnitts-Preis von 2850 Dollar. Zuletzt kostete eine Tonne 2212 Dollar.

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