Rohstoffe
Anleger verkaufen auf breiter Front

Die Enttäuschung der Anleger über die japanische Notenbank ist auch am Rohstoffmarkt zu spüren. Investoren trennen sich jetzt von risikoreicheren Anlegen, sagen Händler. Die Rohstoffpreise knicken ein.
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FrankfurtDie Enttäuschung einiger Anleger über die Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ) hat am Dienstag auf breiter Front die Preise für Industrie- und Edelmetalle sowie für Öl gedrückt. „Nun heißt es wieder, Hände weg von risikoreichen Anlagen“, sagte ein Händler. Rohstoffe gelten generell als riskanter und geraten unter Druck, wenn die Anleger sich unsicher über die weitere Entwicklung sind.

Die japanische Notenbank hatte entschieden, vorerst auf zusätzliche Schritte zur Beruhigung der Anleihemärkte zu verzichten. Zudem belasteten Spekulationen über ein nur schleppendes Wirtschaftswachstum in China nach den enttäuschenden Export-Zahlen vom Wochenende. Während die Nachfrage bei Öl und Kupfer möglicherweise hinter den Erwartungen bleibe, sei das Angebot in beiden Fällen reichlich, begründeten Analysten die schlechte Stimmung der Rohstoff-Anleger.

Im OPEC-Monatsbericht, der am Dienstag in Wien für Juni veröffentlich wurde, hieß es, die Risiken für die Weltwirtschaft blieben weiter abwärts gerichtet. Die vorhandenen Fundamentaldaten deuteten auf beträchtliche Verfügbarkeit von Öl, hieß es weiter.

“Wir werden keine weiteren Stimuli aus Japan sehen, die Märkte sind nervös geworden und haben eine Verkaufswelle in Gang gesetzt”, sagte Gene McGillian, Analyst und Broker bei Tradition Energy in Stamford, Connecticut. “Wir haben ein schwaches fundamentales Umfeld mit einer Menge verfügbaren Öls”.

Der Ölpreis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Juli kostete zuletzt 94,49 Dollar, ein Abschlag von 1,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Öl der Sorte Brent wurde bei 102,18 Dollar gehandelt, 1,8 Prozent niedriger als am Vortag.

Gold notierte bei 1376,46 Dollar je Unze um 0,7 Prozent leichter. Drei-Monats-Kontrakte auf Kupfer an der London Metal Exchange verloren 1,5 Prozent und notierten bei 7055,25 Dollar je Tonne. Auf dem Niveau von 6800 Dollar je Tonne sehen Analysten von RBC Capital Markets erhebliches Kaufinteresse. Eine psychologisch wichtige Marke, die es im Auge zu behalten gelte, liege bei 7000 Dollar je Tonne, hieß es in dem Bericht weiter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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