Rohstoffe
Autokrise bremst Platinpreis

Die Krise in der Autobranche strahlt auch auf die Rohstoffmärkte aus. Während der Goldpreis wieder steigt, kommt Platin nicht hinterher. Das Edelmetall hängt stark an der Nachfrage aus der Autoindustrie. Rund die Hälfte der weltweiten Produktion fließt in diesen Sektor.

LONDON/DÜSSELDORF. Die internationale Finanzkrise strahlt auf die Edelmetallmärkte aus. Während Gold als sicherer Hort gesucht ist, der Preis entsprechend steigt, setzt die schwache Autonachfrage dem Platinpreis zu. Immerhin entfällt auf die KFZ-Branche etwa die Hälfte des weltweiten Platin-Bedarfs; das Edelmetall wird in Autokatalysatoren eingesetzt. Nun scheint der Preisrutsch zwar gestoppt, Experten sind aber nur vorsichtig optimistisch.

"Wir vermuten, dass nun eine Bodenbildung stattfindet", schreibt Karen Jones, technische Analystin der Commerzbank. Der Preis bewege sich weiter seitwärts. Seit Ende Oktober schwanken die Platin-Notierungen in einer recht engen Spanne um die Marke von 800 Dollar. Gestern kostete eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) des Edelmetalls in London etwa 860 Dollar. Damit notiert Platin aber weit entfernt von dem diesjährigen Rekordstand bei 2 290 Dollar, der Mitte März erreicht worden war.

"Der Markt hat einen starken Einbruch der Nachfrage gespielt", sagt Thorsten Proettel, Edelmetallanalyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). "Die Automobilindustrie läuft unverändert schlecht." Gleichwohl rechnet er mit einer leichten Erholung der Preise bis Jahresende auf 1 000 Dollar. Auf Sicht von zwölf Monaten hält er dann einen Preis von 1 200 Dollar für möglich.

Er blickt dabei auf die Angebotsseite und vor allem auf die Energieprobleme im wichtigsten Förderland Südafrika. Wegen Strommangels ruhte im März in einigen Minen tagelang die Produktion, dies hatte den Preis auf das Rekordhoch getrieben. Da in Südafrika der Sommer bevorstehe, könnten bei steigendem Einsatz von Klimaanlagen Stromausfälle schnell "wieder ein Thema sein", glaubt Proettel. "Über die Hälfte der weltweiten Platinproduktion ist bei dem gegenwärtigen Preis nicht mehr kostendeckend", warnt zudem die Londoner Investmentbank Barclays Capital. Minen könnten daher geschlossen werden, das Angebot also künstlich verknappt werden.

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