Rohstoffe bewegen die Welt
Der Kampf um die Bodenschätze

Ohne Rohstoffe entsteht nichts. Keine Straßen, keine Häuser, keine Autos, keine Mobiltelefone. Bodenschätze wie Eisenerz, Kufer, Zink und Nickel sind gefragt und teuer wie nie, weil aufstrebende Mächte wie China sie für ihre Industrialisierung brauchen.
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LONDON. Die Welt steht Kopf. Jahrzehntelang war der Bergbau eine vernachlässigte Branche, ein schmutziges Geschäft mit uninteressanten Renditen, kritisiert für die Ausbeutung der sogenannten dritten Welt. Heute sind die Minenkonzerne obenauf. Die Industrialisierung Chinas, Indiens und anderer Schwellenländer hat die Preise für Metalle in ungeahnte Höhen getrieben und den Bergbaukonzernen die Kassen gefüllt.

Der Boom ist so gewaltig, dass die Unternehmen nicht einmal eine Rezession in den USA fürchten. Sie haben eine Fusionswelle in Gang gesetzt, die Giganten einer neuen Dimension schaffen wird. Das weckt in den rohstoffabhängigen Industrieländern Ängste.

Schon jetzt ist die Machtkonzentration im Bergbausektor hoch. Das zeigt sich, wenn man die Mengen betrachtet, die für den Export bereitstehen – sie bilden das Angebot, das einer wachsenden globalen Nachfrage gegenübersteht.

» Interaktive Grafik: Das internationale Rohstoffmonopoly

Das augenfälligste Beispiel hier ist Eisenerz: Der brasilianische Konzern Vale hat einen Anteil von mehr als einem Drittel am weltweit verschifften Eisenerz. Gelingt dem britisch-australischen Weltmarktführer BHP Billiton die Übernahme des Konkurrenten Rio Tinto, wären die beiden zusammen die neue Nummer eins. Dann kontrollieren zwei Unternehmen mehr als zwei Drittel des verfügbaren Eisenerzes. Zum Vergleich: In der Öl- und Gasindustrie kontrolliert Weltmarktführer Exxon Mobil gerade knappe fünf Prozent der Weltproduktion.

Die Stahlindustrie läuft deshalb Sturm gegen die Fusion von Rio Tinto und BHP. Schließlich musste sie in den vergangenen Jahren eine Serie enormer Preiserhöhungen hinnehmen. Und für 2008 setzte Vale mit einem Preissprung von 65 Prozent für Eisenerzlieferungen an asiatische und europäische Stahlhersteller den Richtwert für kommende Abschlüsse. Gäbe es nur noch zwei Verkäufer, würden die Preiserhöhungen noch drastischer ausfallen und der Anreiz für die Erschließung neuer Bergwerke würde sinken, klagt der europäische Stahlverband Eurofer. Für den zweiten wichtigen Rohstoff der Stahlindustrie, Kokskohle, käme ein neuer Marktführer aus BHP und Rio sogar auf einen Anteil von fast der Hälfte des weltweit gehandelten Materials.

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