Rohstoffe
China-Sorgen belasten Metallpreise

Spekulationen auf einen nachlassenden Rohstoffhunger Chinas haben am Donnerstag vor allem die Metallpreise ausgebremst. Der verschärfte Kampf Chinas gegen die Inflation gebe Anlass zur Sorge, ob die Nachfrage des weltweit größten Metallkonsumenten hoch bleibe, sagten Händler.
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HB FRANKFURT. China erwägt Medienberichten zufolge eine Anhebung des Inflationsziels für 2011. Die Inflationsrate war mit 4,4 Prozent im Oktober auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren gestiegen. Die chinesische Zentralbank hatte die Zinsen bereits einmal erhöht, zudem müssen die Banken mehr Reserven vorhalten. Damit soll dem Markt Liquidität entzogen werden.

Der Kupferpreis blieb mit 8250 Dollar die Tonne trotzdem stabil, was vor allem an Spekulationen auf Lieferengpässe lag. Chiles drittgrößte Kupfermine Collahuasi wird immer noch bestreikt: Bislang haben sich erst 220 Arbeiter bereiterklärt, die Arbeit wieder aufzunehmen. Damit fehlen immer noch 777 der für ein Streikende nötigen Stimmen. "Dass der Streik immer noch anhält, schürt Sorgen über Engpässe bei der Versorgung", urteilte die Investmentbank Fairfax. Bei den übrigen Basismetallen fiel der Preis pro Tonne Zinn um 0,6 Prozent auf 24,25 Dollar. Zink trat bei 2135 Dollar je Tonne auf der Stelle.

Insgesamt blieben die Anleger wegen der Schuldenkrise einiger Euro-Länder vorsichtig, sagten Börsianer. "Der Schuldenreduzierungsplan Irlands sieht gut aus, aber die politischen Spannungen halten an und es gibt keine Garantie, dass die Öffentlichkeit das Programm mitträgt", sagte VTB-Capital-Analyst Andrey Kryuchenkov. "Es könnte gut sein, dass Lissabon den selben Weg gehen muss wir Irland und Griechenland und Hilfen in Anspruch nehmen muss." Das als Krisenwährung genutzte Gold konnte dennoch nicht glänzen und notierte bei 1373 Dollar je Feinunze nahezu unverändert. Händler schoben das auf den dünnen Handel wegen des US-Feiertags "Thanksgiving".

Am Ölmarkt verteuerte sich der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI um 0,5 Prozent auf 84,30 Dollar an. Das Nordsee-Öl Brent stieg um 0,5 Prozent auf 86,25 Dollar. Analysten rechnen wegen der schwelenden Schuldenkrise in Europa und dem politischen Konflikt in Korea allerdings nur mit begrenztem Aufwärtspotenzial.

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