Rohstoffe
Die ungewisse Zukunft des Goldes

In den Goldpreis ist Bewegung gekommen. Im bisherigen Verlauf 2014 legte er in der Spitze um mehr als 10 Prozent zu. Geht da noch mehr, oder übernehmen die Bären bald wieder das Ruder?
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Mit dem kräftigen Anstieg in der Vorwoche war der Goldpreis bis zu den Widerständen bei 1307 und 1321 US-Dollar geklettert. Knapp darüber befindet sich der 200-Tage-EMA, an dem sich die Bullen jüngst versuchten. Sollten sie genügend Kräfte mobilisieren, um einen nachhaltigen Sprung darüber zu schaffen, könnte dies charttechnisch motivierte Anleger zu weiteren Käufen animieren. In diesem Fall ist dann eine Fortsetzung der jüngsten
Gegenbewegung vorstellbar.

Als nächstes würden dann die Widerstände bei 1415 und 1434 US-Dollar in den Fokus rücken. Ersterer stellt das 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement der Abwärtswelle von Oktober 2012 bis Juni 2013 dar. Der zweite resultiert aus dem Zwischenhoch von Ende August 2013. Sollten auch sie gemeistert werden, könnte dies einen Doppelboden komplettieren. Damit würde sich der bis dahin als Gegenbewegung zu klassifizierende aktuelle Aufwärtsimpuls zu einer potenziellen langfristigen Trendwende mausern. Die nächsten Hindernisse wären dann das 50-Prozent-Retracement bei 1488 US-Dollar sowie die Hürden bei 1522 und 1532 US-Dollar. Anschließend würde die langfristige Abwärtstrendlinie in den Fokus rücken, die derzeit bei etwa 1633 US-Dollar verläuft.

Dieses bullische Szenario ist jedoch nicht in Stein gemeißelt und kann schnell wieder über den Haufen geworfen werden. Vor allem wenn Gold im Vergleich zu anderen Anlageklassen weiterhin unattraktiv erscheint, wie beispielsweise Aktien. Gleichwohl gibt es fundamentale Faktoren, die für Gold sprechen. Zwar führten 2013 kräftige Abflüsse in ETFs oder ähnlichen Finanzkonstrukten sowie weniger große Käufe der Notenbanken zu einem insgesamt sinkenden Goldbedarf. Die physische Nachfrage nach dem Edelmetall (Schmuck, Münzen, Barren) der privaten Konsumenten stieg jedoch deutlich um 21 Prozent auf einen neuen Rekord von 3863 Tonnen.

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