Rohstoffe
Drohender Streik treibt Kupferpreis

Ein drohender Streik bei der chilenischen Minengesellschaft Andina hat am Montag den Kupferpreis steigen lassen. Das Metall verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 7610 Dollar je Tonne.

HB FRANKFURT. „Es gibt viele Spekulationen um mögliche Streiks“, sagte Analyst John Kemp von Sempra Metals. „Aber es ist nicht im Interesse der großen Minengesellschaften, langwierige Streiks zu provozieren.“ Die aktuelle Lohnvereinbarung für die Arbeiter von Andina, einer Tochter des staatlichen chilenischen Kupferkonzerns Codelco, läuft am 30. November aus. Angesichts niedriger Lagerbestände bei gleichzeitig hoher Nachfrage der boomenden Volkswirtschaften Chinas und Indiens bestimmen Spekulationen um Versorgungsenpässe seit Monaten die Kurse an den Märkten für Industriemetalle.

Unterstützung erhalte die Kupfernotierung außerdem vom anziehenden Goldpreis, sagten Börsianer. Das Edelmetall überwand die psychologisch wichtige Marke von 600 Dollar je Feinunze und verteuerte sich auf 600,80 Dollar. Allerdings fehlten Gold die notwendigen Impulse für weitere Kursgewinne, betonten Händler. Diese könnten aber von den in der laufenden Woche anstehenden US-Konjunkturdaten kommen. Sollten diese auf eine Abkühlung der weltgrößten Volkswirtschaft hindeuten, würde dies dem Goldpreis Auftrieb geben. Das Edelmetall dient Anlegern als Absicherung gegen Inflationsgefahren und bewegt sich oft entgegengesetzt zum Dollar.

Nach der Ankündigung von Produktionskürzungen in zwei Opec-Staaten baute Rohöl seine Freitagsgewinne zunächst aus, fiel dann aber zurück. Gegen Mittag lagen die beiden führenden Öl-Sorten Brent und WTI jeweils rund 20 Cent im Minus bei 62,30 beziehungsweise 62,70 Dollar je Barrel (159 Liter). „Die Rally basierte auf der Erwartung weiterer Produktionskürzungen, die nicht eingetreten sind“, sagte ein Londoner Händler. Nigeria hatte zum 1. Oktober eine Drosselung um fünf Prozent angekündigt. Venezuela will etwa zwei Prozent weniger Rohöl fördern, um damit auf die Kursverluste der vergangenen Wochen zu reagieren. Im Vergleich zum Rekordhoch von 78,65 Dollar vom vergangenen August hat sich Brent um 21 Prozent verbilligt.

Der Reuters-Rohstoffindex startete am Montag fast unverändert 305,55 Punkten in den Handel.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%