Rohstoffe
EU-Beschlüsse beflügeln den Ölpreis

Die Beschlüsse auf dem Brüsseler Euro-Gipfel zur Bildung einer Bankenunion sorgen für Aufatmen an den Rohstoffmärkten. Vor allem der Ölpreis konnte im Tagesverlauf teils kräftige Zuwächse verzeichnen.
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New York/London/WienDie gestiegene Risikofreude nach den Ergebnissen des Brüsseler EU-Gipfels hat die Ölpreise am Freitag kräftig steigen lassen. Am frühen Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur August-Lieferung 95,45 US-Dollar. Das waren 4,09 Dollar mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) stieg noch stärker, und zwar um 4,51 Dollar auf 82,21 Dollar.

Die Ergebnisse des Gipfels „verleihen den Risikoanlagen Flügel“, erklärten Experten der Commerzbank den deutlichen Preisanstieg beim Rohöl. Allerdings dürfe der positive Effekt der angekündigten Maßnahmen nicht lange anhalten. Die europäischen Spitzenpolitiker hätten mit ihren jüngsten Beschlüssen erneut nur Zeit im Kampf gegen die Schuldenkrise gewonnen.

In der Nacht zum Freitag hatten sich die Staats- und Regierungschefs der EU geeinigt, den großen Krisenländern Spanien und Italien Unterstützung am Anleihemarkt in Aussicht zu stellen. Darüber hinaus sollen künftig nicht nur Staaten, sondern auch Banken direkt auf die Rettungsfonds zugreifen können - allerdings erst, sobald eine zentrale Finanzaufsicht installiert ist. Zudem wurde ein Wachstumspakt über 120 Milliarden Euro beschlossen.

Auch der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) legte zuletzt weiter leicht zu. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel am Donnerstag im Durchschnitt 90,92 Dollar. Das war ein Cent mehr als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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