Rohstoffe
Experten: Gold müsste noch viel teurer sein

Der Ausverkauf an den Aktienmärkten treibt den Goldpreis bis auf 930 Dollar. Angesichts der tiefen Krise bleibt das Edelmetall Analysten zufolge aber weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Schuld sind der schwache Dollar und Panik-Verkäufe der Anleger.

HB DÜSSELDORF. Erneute massive Verluste an den Börsen in den USA, Asien und Europa haben den Goldpreis weiter in die Höhe getrieben. Mit dem neuerlichen Einbruch an den internationalen Aktienmärkten kletterte der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) in der Spitze zeitweise über 930 Dollar. Zuletzt kostete eine Feinunze 921,60 Dollar und damit noch rund 9,20 Dollar mehr als am Vortag. Die Suche nach Sicherheit treibe Anleger in den Goldmarkt, hieß es. Allerdings erscheint der Anstieg des Goldpreises vor dem Hintergrund des Ausmaßes der globalen Krise vielen Beobachtern als recht bescheiden.

"Der sichere Hafen Gold tut sich weiter schwer, von der Finanzkrise angemessen zu profitieren", heißt es in einer Studie der Commerzbank. Mit 930 Dollar je Feinunze notiere Gold zwar auf einem Drei-Monats-Hoch, aber immer noch sechs Prozent unter den Ständen von Mitte Juli sowie zehn Prozent unter dem Rekord von Anfang März. Damals hatte die Dollar-Schwäche den Goldpreis in die Höhe katapultiert.

Vor diesem Hintergrund lasse sich zumindest ein Teil der gebremsten Entwicklung beim Goldpreis durch die jüngste kräftige Aufwertung des Dollars in den vergangenen drei Monaten erklären, heißt es in der Studie der Commerzbank. Der undifferenzierte Verkauf von Vermögensanlagen zur Schaffung von Liquidität, dürfte ein weiterer Grund sein, welcher deutlich höheren Goldpreisen derzeit entgegenstehe.

Sollten beim G7-Treffen am Wochenende weitere Maßnahmen zur Stützung der Finanzmärkte beschlossen werden, könnte Gold aus Sicht des Bankhauses kurzzeitig unter Druck geraten. Allerdings konnten die bislang beschlossenen Maßnahmen wie konzertierte Zinssenkungen, Staatsgarantien für Spareinlagen und Beteiligung an Banken sowie massive Liquiditätsspritzen die Märkte nicht nachhaltig beruhigen. Meldungen über geringere Fördermengen stützten unterdessen den Goldpreis.

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